Genf (epd). Eine internationale Konferenz über den anhaltenden Krieg im Sudan ist am Mittwoch in Genf ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Der UN-Gesandte für den Sudan, Pekka Haavisto, sagte, leider wollten die Kriegsparteien in dem nordostafrikanischen Land weiter eine militärische Entscheidung erzwingen.
Haavisto betonte, dass eine politische Lösung für den rund dreieinhalb Jahre dauernden Krieg notwendig sei. Der UN-Gesandte sprach von erhöhten diplomatischen Aktivitäten, um den Konflikt zwischen der Armee und der Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF) zu beenden. Die teilnehmenden 21 Länder und fünf internationalen Institutionen hätten auf der Konferenz über Sicherheit, humanitären Zugang und die regionale Perspektive beraten. Es handelte sich um das sechste UN-Treffen zu dem Konflikt im Sudan.
Auch Deutschland unter den Teilnehmern
An der Konferenz nahmen Deutschland, die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China teil. Vertreten waren auch Ägypten, Saudi-Arabien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Während Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei Sudans Armee unterstützen, gelten die Emirate als Verbündete der RSF. Die Armee und die RSF waren an der Konferenz nicht vertreten.
Mehr als 33 Millionen Menschen in dem nordostafrikanischen Land brauchen laut den UN humanitäre Hilfe. Rund 11,3 Millionen Menschen sind innerhalb oder außerhalb des Landes geflüchtet, wie das Hilfswerk UNHCR berichtet. Viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene kehrten trotz des anhaltenden Krieges in ihre Heimatregionen zurück.
Viele Tote bei Drohnenangriff
Unterdessen stieg nach offiziellen Angaben die Zahl der Toten bei einem Drohnenangriff auf einen Markt an der Grenze zwischen Südsudan und Sudan. Der Informationsminister der Region Abyei, Yohana Akol Ngor, sprach von 153 Toten. Weitere Menschen würden nach wie vor vermisst. Ngor machte die sudanesische Armee für den Angriff vom Montag verantwortlich. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff scharf.
Die Zustände in den Regionen Darfur, Kordofan und Blauer Nil, wo Kämpfe und Luftangriffe immer mehr Menschen zur Flucht zwingen, sind laut UNHCR ebenfalls besorgniserregend. Zudem werde es für Helfer immer schwieriger, bedürftige Menschen zu erreichen. Im Sudan bekämpfen sich seit April 2023 die Armee und die RSF. UN-Experten werfen beiden Parteien schwere Verbrechen vor.




