Lingen (epd). Atomkraftgegner haben neuerliche Proteste gegen russische Uran-Lieferungen an die Brennelemente-Fabrik im emsländischen Lingen sowie die geplante Kooperation des Betreibers mit dem russischen Atomkonzern Rosatom angekündigt. Am Mittwochabend solle um 18 Uhr eine Mahnwache vor der Fabrik beginnen, teilten mehrere Bürgerinitiativen am Mittwoch mit. Eine weitere Demonstration wurde für den 13. Dezember angekündigt.
Nach Angaben der Initiativen wird der russische Atomfrachter „Mikhail Dudin“ am Mittwoch erneut den Hafen von Rotterdam anlaufen. Es sei davon auszugehen, dass sich wie bereits mehrmals in der Vergangenheit wieder angereichertes Uran für die Brennelemente-Fabrik an Bord des Schiffes befinde. Erstmals könnten auch russische Brennstäbe transportiert werden, um diese in Lingen zu Brennelementen zu verarbeiten. Brennelemente für Atomkraftwerke bestehen aus einem Bündel von Brennstäben.
Herstellung von Brennelementen russischen Typs hat noch nicht begonnen
Gleichzeitig bekräftigten die Atomgegner ihre Forderung, die Genehmigung zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke russischer Bauart in Lingen zu widerrufen. Der Betreiber der Fabrik, der französische Konzern Framatome, hat für die Produktion ein Joint Venture mit einer Rosatom-Tochter gegründet. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) hatte dafür im Sommer nach einer Anweisung der Bundesregierung die Genehmigung erteilt.
Weil noch Gerichtsentscheidungen ausstehen, hat die Herstellung von Brennelementen russischen Typs in Lingen noch nicht begonnen. Die sechseckigen Brennelemente werden für Atomkraftwerke sowjetischer Bauart in Osteuropa benötigt, etwa in Tschechien, Ungarn oder Bulgarien.




