Ruandischer Regimekritiker in Uganda getötet

Ruandischer Regimekritiker in Uganda getötet
Ein früherer ruandischer Soldat ist im Exil in Uganda ermordet worden. Er war ein Kritiker von Präsident Kagame.

Nairobi, Kampala (epd). In Uganda ist ein regierungskritischer Ruander tot aufgefunden worden. Der frühere Soldat Robert Kabera hatte im Nachbarland Asyl beantragt, wie die US-Bürgerrechtsorganisation „Freedom House“ am Montag (Ortszeit) mitteilte. Demnach wurde er in einem Dorf außerhalb der Hauptstadt Kampala enthauptet gefunden. Es könne sich um einen Fall „transnationaler Repression“ handeln, erklärte die Organisation. Kabera hatte den ruandischen Präsidenten Paul Kagame unter anderem in Videos auf Youtube kritisiert.

Freedom House forderte die ugandischen Behörden auf, den Vorfall umgehend und gründlich zu untersuchen. Andere im Exil lebende und bedrohte Personen müssten besser geschützt werden. Laut der Zeitung „Monitor“ hat die ugandische Polizei Ermittlungen aufgenommen. Auch die ruandische Oppositionsgruppe Rwanda National Congress (RNC) verurteilte die Tat. Der Vorfall verbreite Angst unter den Ruandern, die Zuflucht in Uganda gesucht haben.

Verfolgung von Kritikern im Ausland

Der 50-jährige Kabera habe seit 2020 in Uganda gelebt und in den vergangenen Monaten Drohungen erhalten, erklärte der RNC. Er habe um sein Leben gefürchtet. Eine ruandische Influencerin hatte die Behörden in Uganda jüngst zu Maßnahmen gegen Kritiker von Präsident Kagame aufgefordert und dazu in den sozialen Netzwerken auf den Youtube-Account Kaberas verwiesen.

In Ruanda regiert Präsident Paul Kagame seit dem Jahr 2000 immer autoritärer. Menschenrechtlern zufolge werden Regierungskritikerinnen und -kritiker sowie Medienschaffende nicht nur in Ruanda, sondern auch in anderen Ländern festgenommen, schikaniert, verfolgt und getötet.