EU-Bischöfe: KI darf Menschen nicht auf Daten reduzieren

EU-Bischöfe: KI darf Menschen nicht auf Daten reduzieren
Die katholische EU-Bischofskommission warnt vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Manipulation durch künstliche Intelligenz. Europa müsse die technologische Entwicklung daher mitgestalten und die Menschenrechte schützen.

Brüssel (epd). Die katholischen Bischöfe Europas haben zu mehr Regulierung Künstlicher Intelligenz (KI) aufgerufen. „Die digitalen und technologischen Gemeingüter erfordern eine verantwortungsvolle Steuerung“, heißt es in einer am Montag in Brüssel veröffentlichten Erklärung der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (Comece) nach ihrer Herbst-Plenarversammlung: „Die Menschenwürde und die Handlungsfähigkeit des Menschen müssen oberste Priorität behalten.“ Gemeinwohl, die Bewahrung der Schöpfung und Gerechtigkeit müssten die technologische Innovation leiten.

KI dürfe nicht zur Quelle von Diskriminierung, Ausgrenzung oder Manipulation werden, hieß es weiter. Menschen dürften nicht auf Daten oder Waren reduziert werden. Zwar böten KI-Anwendungen bedeutende Chancen für die menschliche Entwicklung und das Gemeinwohl, räumen die Bischöfe ein. Zugleich werfe die Technologie tiefgreifende ethische, soziale und rechtliche Fragen auf, „die nicht allein durch technologische oder wirtschaftliche Überlegungen beantwortet werden können.“

Bischöfe: Menschheit am Wendepunkt

„Die Menschheit steht an einem entscheidenden Wendepunkt“, betonen die Kirchenvertreter. Europa sei aufgerufen, seine digitalen Kapazitäten zu stärken und die Forschung, Konzeption und Entwicklung dieser Technologien mitzugestalten. Europa müsse eine positive und führende Rolle übernehmen, um zu einer internationalen Zusammenarbeit beizutragen, die „die Menschenrechte achtet, den schädlichen Einsatz von Technologie verhindert und einen gerechten Zugang zu deren Vorteilen unterstützt sowie den Frieden und unser gemeinsames Zuhause schützt.“

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union setzt sich aus den katholischen Bischofskonferenzen aller EU-Mitgliedstaaten zusammen. Sie wurde 1980 mit Zustimmung des Heiligen Stuhls gegründet, um die EU-Bischofskonferenzen gegenüber den EU-Institutionen zu vertreten. Die Erklärung zur KI wurde den Angaben zufolge am 16. Oktober unterzeichnet.