Bildungsminister wollen KI-Kompetenzen und Grundbildung stärken

Bildungsminister wollen KI-Kompetenzen und Grundbildung stärken
Die Bildungsminister der Länder wollen die Schulen auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorbereiten und zugleich die Grundbildung stärken. Ein neues Programm soll Menschen mit geringen Lese- und Rechenkompetenzen besser erreichen.
16.10.2026
epd
Von Jonas Grimm (epd)

Berlin (epd). Die Bildungsministerkonferenz setzt sich für mehr KI-Kompetenz in den Schulen ein. Schülerinnen und Schüler müssten wissen, wie sie die Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll nutzen, aber auch die Ergebnisse kritisch bewerten können, sagte die amtierende Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) am Freitag in Berlin.

Die sechs bestehenden Kompetenzbereiche „Bildung in der digitalen Welt“ blieben erhalten und würden unter dem Blickwinkel der KI erweitert. Dazu gehörten etwa der transparente Umgang mit KI-generierten Beiträgen, Datenschutz und ethische Fragen sowie der Umgang mit Deepfakes.

Stolz äußerte sich zudem besorgt darüber, dass etwa jeder fünfte Erwachsene zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland über geringe Lese- und alltagsmathematischen Kompetenzen sowie niedrige Problemlösefähigkeiten verfüge.

Neues Programm für bessere Grundbildung

Die Bildungsministerkonferenz und das Bundesbildungsministerium beschlossen deshalb ein „Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung 2027-2035“ (AlphaBündnis). Stolz sagte, Grundbildung „ist und bleibt eine Daueraufgabe“. Das Programm soll Anfang 2027 starten und an die zu Ende gehende „Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ anknüpfen. Das „AlphaBündnis“ lege das Augenmerk auf junge Erwachsene, die beim Übergang in Ausbildung und Beruf Unterstützung beim Erwerb grundlegender Kompetenzen benötigen.

Eine Sonderauswertung der OECD-Studie PIAAC zeige die Auswirkungen geringer Grundbildung, hieß es. Demnach fühlten sich 61 Prozent der Erwachsenen mit geringen Lesekompetenzen politisch selbstwirksam, im Vergleich zu 83 Prozent der Erwachsenen mit höheren Lesekompetenzen. Auch bewerteten Menschen mit geringer Lesekompetenz ihre Gesundheit um 21 Prozentpunkte ungünstiger als die Vergleichsgruppe.

Die Bildungsministerkonferenz ist eine von drei Teilkonferenzen der Kultusministerkonferenz. Sie soll die Qualitätsstandards in Schule und Berufsausbildung sichern und die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung fördern.