Berlin, Buenos Aires (epd). In Argentinien haben mehrere Hunderttausend Menschen für eine bessere Finanzierung der öffentlichen Universitäten demonstriert. Allein in der Hauptstadt Buenos Aires füllte sich der zentrale Platz vor dem Kongressgebäude am Donnerstag (Ortszeit) mit Demonstrierenden, wie die Tageszeitung „La Nación“ berichtete. Auch in anderen Universitätsstädten des südamerikanischen Landes gab es große Proteste.
Der Dachverband öffentlicher Universitäten (CIN) erklärte, „die Regierung bricht mit einem Grundkonsens der argentinischen Gesellschaft, die immer an Bildung geglaubt hat“. Mit der aktuellen Finanzierung sei es nicht mehr möglich, die grundlegenden Aktivitäten im kommenden Jahr aufrechtzuerhalten.
Büdget für Unis fast halbiert
Seit über zwei Jahren weigert sich die Regierung des rechtslibertären Präsidenten Javier Milei, ein Gesetz zur besseren Finanzierung der Universitäten umzusetzen. Im September 2024 hatte die Opposition im Parlament ein entsprechendes Vorhaben durchgebracht. Im Juni 2026 bestätigte das Oberste Gericht des Landes die Rechtmäßigkeit des Gesetzes und forderte die Regierung dazu auf, es umzusetzen.
Seit Amtsbeginn im Dezember 2023 setzt die Regierung Milei in Argentinien marktradikale Reformen durch und hat unter anderem das Budget für Universitäten fast um die Hälfte gekürzt. Der Präsident behauptete wiederholt, die Verwaltungen der öffentlichen Universitäten seien korrupt und missbrauchten Gelder. Argentiniens kostenlose Hochschulausbildung gilt als eine der besten in ganz Lateinamerika und steckt mittlerweile tief in der Krise. Bereits im Jahr 2025 erklärten die Universitäten, dass seit Beginn der Regierung über 10.000 Forschende ihren Job an einer öffentlichen Universität aufgegeben haben.




