Berlin (epd). Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) sieht in der vom Bundestag beschlossenen höheren Tabaksteuer eine Chance für Raucherinnen und Raucher. „Ein höherer Preis kann der Anstoß sein, mit dem Rauchen aufzuhören. Hausärzte, Krankenkassen und gute Apps helfen dabei wirksam“, sagte Streeck am Freitag in Berlin.
Der Bundestag hatte am Donnerstagabend entschieden, dass die Tabaksteuer im nächsten Jahr in mehreren Stufen steigt. Streeck verwies auf Berechnungen, denen zufolge der Durchschnittspreis einer Schachtel mit 20 Zigaretten von heute rund acht auf mehr als elf Euro im Jahr 2030 steigen wird. Für das kommende Jahr werden Steuermehreinnahmen von 756 Millionen Euro erwartet, die bis 2030 auf rund 3,6 Milliarden Euro steigen sollen.
„Gewinn für Kinder und Jugendliche“
„Nach Jahren kleiner Schritte wird Rauchen jetzt spürbar teurer. Das ist vor allem ein Gewinn für Kinder und Jugendliche“, sagte Streeck. Die meisten Raucher fingen in jungen Jahren an, und genau dann wirke ein höherer Preis am stärksten.
Rauchen koste jedes Jahr rund 131.000 Menschen in Deutschland das Leben. Viele weitere würden über Jahre mit Krebs, der Lungenerkrankung COPD oder den Folgen eines Herzinfarkts leben. „Die gesellschaftlichen Kosten liegen bei fast 100 Milliarden Euro im Jahr, von der Krebsbehandlung bis zum Arbeitsausfall. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation müsste eine Schachtel rund 23 Euro kosten, damit die Tabaksteuer diese Folgekosten deckt“, rechnete Streeck vor.




