Frankfurt a.M., Berlin (epd). Zum Welternährungstag am Freitag (16. Oktober) warnen Entwicklungs- und Kinderrechtsorganisationen vor einer Verschärfung der globalen Hungerkrise. Nach Angaben von „Save the Children“ sind rund 43 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen.
Mehrere Verbände forderten die Bundesregierung deshalb zu mehr Engagement im Kampf gegen den weltweiten Hunger auf. Angesichts von Klimakrise, Kriegen, steigenden Kosten und gekürzten Hilfsgeldern drohe sich die Ernährungslage weiter zu verschärfen, erklärten der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Klima-Allianz Deutschland und der Verband Entwicklungspolitik Venro am Donnerstag.
Die Verbände riefen dazu auf, geplante Kürzungen bei der humanitären Hilfe im Haushalt 2027 zurückzunehmen und die Ernährungssicherung verlässlich zu finanzieren. Zudem müsse Deutschland lokale Lieferketten stärken, akute Nothilfe leisten und eine widerstandsfähigere Landwirtschaft fördern. Nach NGO-Angaben hat sich die Zahl der Menschen weltweit, die nicht jederzeit ausreichend zu essen haben, zwischen 2016 und 2024 nahezu verdreifacht.
Gesundheitseinrichtungen schließen
Auch „Save the Children“ bemängelte, dass in 17 besonders betroffenen Ländern nur knapp ein Drittel der benötigten Mittel für Hilfsprogramme finanziert sei. Die Organisation forderte eine bessere Früherkennung von Mangelernährung und Krankheiten sowie die Stärkung von Aufklärung und Gesundheitsstrukturen.
Einen Anstieg von Mangelernährung bei Kindern verzeichnete auch die Organisation „Ärzte ohne Grenzen.“ So habe sich in Somalia die Zahl der behandelten Mädchen und Jungen mit akuter Mangelernährung von Januar bis August 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Auch im Jemen und in Afghanistan versorgte die Organisation nach eigenen Angaben mehr mangelernährte Kinder. In allen drei Ländern mussten Gesundheitseinrichtungen bereits infolge von Hilfskürzungen schließen.




