Diakonie reduziert Vorstand auf zwei Mitglieder

Diakonie reduziert Vorstand auf zwei Mitglieder
Im Juni war die Vorständin Sozialpolitik des Diakonie-Bundesverbandes aus dem Amt geschieden und der Posten blieb unbesetzt. Nun wurde entschieden, dass es dabei bleibt. Der evangelische Wohlfahrtsverband verschlankt seine Strukturen.

Berlin (epd). Die Diakonie Deutschland verzichtet künftig auf einen Posten im Bundesvorstand. Das ehemals für Sozialpolitik zuständige Mitglied im Leitungsgremium wird es nicht mehr geben, wie der evangelische Wohlfahrtsverband am Donnerstag zum Abschluss der diesjährigen Konferenz für Diakonie und Entwicklung mitteilte. Sie ist das höchste Beschlussgremium für das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE), zu dem neben der Diakonie auch die Hilfswerke „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe gehören.

Zum Vorstand der Diakonie gehören dann künftig Präsident Rüdiger Schuch und das für Finanzen, Personal und Recht zuständige Vorstandsmitglied Jörg Kruttschnitt. Der Posten des Vorstands Sozialpolitik war bereits seit Juni umbesetzt, nachdem Vorständin Elke Ronneberger aus dem Amt geschieden war. Zum Vorstand des EWDE insgesamt gehört zudem die Präsidentin der Hilfswerke „Brot für die Welt“ und Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin.

Zahl der Mitglieder in Beschlussgremium wird ebenfalls reduziert

Wie die Diakonie weiter mitteilte, wird auch das Beschlussgremium für das Werk verschlankt. Der Konferenz für Diakonie und Entwicklung gehören demnach künftig 100 statt bislang 112 Mitglieder an. Schwerpunkte der diesjährigen Tagung in Berlin waren den Angaben zufolge die wachsenden Zustimmungswerte für Rechtspopulisten und Rechtsextreme sowie die von der Bundesregierung geplanten Sozialstaatsreformen.

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch forderte Reformen „mit Augenmaß“. „Die aktuell von der Bundesregierung geplanten Reformen belasten gerade Menschen mit kleinen Einkommen besonders hoch“, sagte er. Zudem hätten sie „weder das innovative Potenzial noch die besonderen Refinanzierungsbedingungen der gemeinnützigen Wohlfahrtspflege im Blick“, beklagte er. Angesichts der wachsenden Zustimmungswerte für die AfD und ihre rechtsextremen politischen Narrative müsse der Sozialstaat „effizienter und gerechter werden“.