Rom (epd). Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat zum Einsatz gegen Gewalt gegen Frauen in Beziehungen aufgerufen. „Gewalt gegen Frauen, bis hin zu Femiziden, ist eine erschütternde Realität, die wir nicht ausblenden dürfen, wenn wir über Ehe und Familie sprechen“, erklärte er am Donnerstagmorgen in Rom. Die katholische Kirche setze sich entschieden für den Schutz der Betroffenen ein.
Die Erklärung Wilmers wurde zum Abschluss eines Treffens aller Vorsitzenden der Bischofskonferenzen weltweit veröffentlicht, das vom 7. bis 14. Oktober in Rom stattgefunden hatte. Papst Leo XIV. hatte diese aus Anlass des zehnten Jahrestages der Veröffentlichung des Familienlehrschreibens „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus in den Vatikan eingeladen, um über aktuelle Fragen von Ehe und Familie zu diskutieren.
Sorge um Papst Leo XIV.
Wie „ein Blitz“, habe am Sonntag während des Treffens die Meldung eingeschlagen, dass sich Papst Leo XIV. einer Lungenoperation unterziehen müsse. Diese war am Dienstagnachmittag erfolgt, dem Papst wurde dabei ein bösartiger Tumor samt des unteren Teils des rechten Lungenflügels entfernt. „Ich bin froh, dass die Operation am Dienstag gut verlaufen ist“, sagte Wilmer.
Bei dem Treffen der Bischöfe seien Fragen nach dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und ihrer Zulassung zur Kommunion kontrovers diskutiert worden, sagte der Bischof von Münster über den Inhalt der Zusammenkunft in Rom. Bei dem Thema seien unterschiedliche Auffassungen über das Verhältnis zwischen kirchenrechtlichen Regelungen und den pastoralen Perspektiven von „Amoris Laetitia“ deutlich geworden.
In „Amoris laetitia“ (Die Freude der Liebe) hatte Papst Franziskus 2016 die Ergebnisse der Bischofssynode über Ehe und Familie zusammengefasst. Darin deutete er die Möglichkeit an, dass wiederverheiratete Geschiedene unter bestimmten Bedingungen erneut zur Kommunion zugelassen werden können, was auch auf Kritik stieß.




