Weltweiter Hunger nimmt wieder zu

Weltweiter Hunger nimmt wieder zu
Lange verbesserte sich die globale Hungersituation kontinuierlich. Doch vor allem Kriege und Konflikte beeinträchtigen die Ernährungssicherheit laut Welthungerhilfe nun wieder stärker.

Berlin (epd). Nach fast zwei Jahrzehnten deutlicher Fortschritte hat der weltweite Hunger wieder zugenommen. Der Welthunger-Index liege in diesem Jahr bei 18,1 und damit über dem Referenzwert von 2018 (17,6), teilte die Welthungerhilfe am Mittwoch in Berlin mit. Damit bleibe das Niveau zwar in der Kategorie „mäßig“, der langfristige Abwärtstrend sei jedoch unterbrochen worden. Auf der zugrunde liegenden Skala von null bis hundert steht null für gar keinen Hunger.

Dem Index zufolge hat sich die Hungersituation seit 2018 in 32 Ländern verschlechtert. In 57 Ländern werde mit dem bisherigen Entwicklungstempo bis 2030 nicht einmal ein niedriges Hungerniveau erreicht, hieß es. Von den acht Staaten mit einer sehr ernsten Versorgungssituation lägen sieben südlich der Sahara auf dem afrikanischen Kontinent, darunter etwa Somalia. Dort könne das Wetterphänomen El Niño die Lage verschärfen.

Kriege und Konflikte verschlechtern Situation

Haupttreiber der sich verschlechternden Ernährungssituation sind laut Welthungerhilfe neben der Klimakrise Kriege und Konflikte. „645 Millionen hungernde Menschen weltweit sind ein Warnsignal. Sicherheit wird zu oft nur militärisch gedacht“, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme. Kriege führten oft zu Hunger, der wiederum Konflikte weiter verschärfen könne.

Die Welthungerhilfe hat den Index mit dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht sowie der Entwicklungshilfeorganisation Helvetas auf Basis öffentlicher Daten aus den Jahren 2021 bis 2025 erstellt. Vier Werte liegen zugrunde: Unterernährung, Wachstumsverzögerung, Auszehrung bei Kindern sowie Kindersterblichkeit.