Mehr als 100 Flüchtlinge vor der Küste Dschibutis ertrunken

Mehr als 100 Flüchtlinge vor der Küste Dschibutis ertrunken
Die Menschen waren auf dem Weg auf die arabische Halbinsel, als ihr Boot kenterte. Jedes Jahr machten sich Zehntausende Migranten aus Afrika auf die gefährliche Route in die Golfstaaten, erklärte die IOM.

Genf (epd). Bei einem Schiffsunglück am Horn von Afrika sind nach UN-Angaben mehr als 100 Migranten ums Leben gekommen. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Sonntag mitteilte, kenterte ein Boot mit 305 Menschen an Bord auf dem Weg von Dschibuti in den Jemen auf der arabischen Halbinsel. 116 Menschen wurden noch vermisst. Das Unglück ereignete sich bereits in der Nacht zum Freitag nördlich der dschibutischen Hafenstadt Obock.

Zunächst wurden den Angaben zufolge 109 Leichen geborgen. Unter den Toten waren 15 Kinder. Die dschibutischen Behörden setzten die Such- und Rettungsmaßnahmen fort, erklärte die IOM weiter. Mehr als 80 Menschen, alle aus Äthiopien, überlebten den Schiffbruch. Die IOM betreute 64 Überlebende in Obock.

Zehntausende suchen Arbeit in den reichen Golfstaaten

Der IOM-Missionsleiter in Dschibuti, Alexandre Coissac, erklärte: „Diese Tragödie macht auf drastische Weise deutlich, welchen Gefahren Migranten auf dieser Route ausgesetzt sind.“ Im vergangenen Jahr hätten dort mehr als 900 Menschen ihr Leben verloren oder gälten als vermisst.

Jedes Jahr machen sich der Organisation zufolge Zehntausende Migranten vom Horn von Afrika auf den Weg durch Dschibuti und überqueren die Meerstraße von Bab el-Mandeb in Richtung Jemen, wo sich die Huthi-Miliz und Regierungstruppen bekämpfen. Sie hofften, die wohlhabenden Golfstaaten zu erreichen und dort Sicherheit und Arbeit zu finden. Die Menschen wollten Armut, Unsicherheit und den wachsenden Folgen der Erderwärmung entkommen, erklärte die IOM.

Die Internationale Organisation für Migration sitzt in Genf und gehört zum UN-System.