Atomkraft-Gegner kritisieren neues Atommülllager in Gronau

Atomkraft-Gegner kritisieren neues Atommülllager in Gronau
Mit der Erweiterung des Atommülllagers an der Urananreicherungsanlage in Gronau befürchten Anti-Atomkraft-Initiativen zusätzliche Transporte von radioaktivem Uranoxid aus Frankreich. Sie fordern eine erneute Prüfung der Genehmigung von 2005.

Gronau (epd). Atomkraft-Gegner und Umweltschützer kritisieren die Erweiterung des Atommülllagers auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau. Es sei zu befürchten, dass zusätzliche Atommülltransporte aus Frankreich nach Gronau per Lkw oder Sonderzug kommen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und neun Initiativen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Sie fordern eine erneute Überprüfung der Genehmigung für das neue Hallenlager.

Der internationale Urenco-Konzern, der die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau betreibt, hatte das neue Lager nach eigenen Angaben in dieser Woche in Betrieb genommen. Dort sollen langfristig rund 60.000 Tonnen Uranoxid aufbewahrt werden. Das Material entsteht bei der Wiederaufbereitung von abgereichertem Uranhexafluorid, das zuvor aus Gronau nach Frankreich transportiert wurde. Der Bau des Lagers wurde bereits 2005 genehmigt, zeitgleich mit einer Kapazitätserweiterung der UAA durch die damalige rot-grüne Landesregierung.

Demonstrationen in Ahaus und Gronau angekündigt

Offenbar habe jetzt die NRW-Atomaufsicht die Inbetriebnahme genehmigt, ohne darüber die Öffentlichkeit zu informieren, kritisierte Udo Buchholz vom BBU-Vorstand. „Streng genommen muss das Genehmigungsverfahren zum Bau und Betrieb der Uranmüll-Lagerhalle vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage und der insgesamt ungelösten Atommüll-Entsorgung wiederholt werden.“

Die Anti-Atomkraft-Bewegung protestiert seit Jahren gegen die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage in Gronau und fordert deren Stilllegung. Weitere Demonstrationen sind am 17. Oktober in Ahaus, wo im Brennelemente-Zwischenlager der radioaktive Atommüll vom einstigen Forschungsreaktor Jülich eingelagert werden soll, sowie am 1. November vor der UAA in Gronau geplant.