Zehn Tote bei Auseinandersetzung in mexikanischem Gefängnis

Zehn Tote bei Auseinandersetzung in mexikanischem Gefängnis
Immer wieder kommt es in mexikanischen Gefängnissen zu Gewalt. Bei einer Auseinandersetzung in der Haftanstalt "El Castillo" am Donnerstag wurden mehrere Menschen getötet.

Havanna, Mexiko-Stadt (epd). Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung in einem Gefängnis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa sind zehn Menschen getötet worden. 16 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Laut Berichten lokaler Medien kam es am Donnerstag (Ortszeit) in der Justizvollzugsanstalt „El Castillo“ während der Besuchszeiten für Familienangehörige zu einer Schlägerei und bewaffneten Auseinandersetzung. Auch ein Besucher sei ums Leben gekommen, berichtete das Onlineportal „Debate“. Bei den neun weiteren Toten handelte es sich demnach um Inhaftierte.

Zeugen berichteten von Schreien und Szenen der Verzweiflung, während die Behörden mit einem großangelegten Einsatz versuchten, die Kontrolle über das Gefängnis wiederzuerlangen. Daran beteiligt waren Angehörige der mexikanischen Armee, der Nationalgarde, des Marineministeriums und der Polizei des Bundesstaates. Vor den Toren der Haftanstalt forderten Angehörige Informationen zum Schicksal der Inhaftierten.

Konflikt zwischen Kartell-Fraktionen

Die Behörden erklärten, die Ermittlungen zur Aufklärung der Motive und Verantwortlichen der Auseinandersetzung dauerten an. Berichten zufolge galt der Angriff Eduardo Jonathan Martínez Larios, genannt „El Owen“, einem mutmaßlichen Mitglied einer Fraktion des Sinaloa-Kartells.

Das Gefängnis „El Castillo“ war bereits in der Vergangenheit Schauplatz von Gewalt. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit von Sinaloa setzte die Besuche auf unbestimmte Zeit aus. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates leitete Ermittlungen ein. In Sinaloa hat sich die Gewalt seit September 2024 aufgrund von Auseinandersetzungen verfeindeter Fraktionen des Sinaloa-Kartells zugespitzt.