Studie: Verlust von Pflanzenvielfalt verstärkt Klimawandel

Studie: Verlust von Pflanzenvielfalt verstärkt Klimawandel
In verschiedensten Bereichen und mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen könnte dem Klimawandel entgegengewirkt werden. Forschende betonen nun die Bedeutung der Pflanzenvielfalt dabei.

Potsdam (epd). Der Erhalt der Pflanzenvielfalt kann einer Studie zufolge einer weiteren Zuspitzung des Klimawandels entgegenwirken. Die Biodiversität in der Pflanzenwelt könnte damit auch als Versicherung gegen den Klimawandel verstanden werden, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Donnerstag mit. Deshalb sei eine Bewirtschaftung erforderlich, die bestehende Vielfalt langfristig bewahrt und Überweidung vermeidet.

Grasländer ohne Vielfalt könnten 2050 rund 15 Prozent weniger Kohlendioxid aufnehmen als bisher, hieß es. In besonders stark betroffenen Regionen könnte der Unterschied sogar bis zu 50 Prozent betragen. Dies gelte bereits in einem Szenario, in dem die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt bleibt. Die Studie dazu wurde den Angaben zufolge vom PIK und der Kieler Christian-Albrechts-Universität erstellt.

Böden speichern weniger Kohlenstoff

Bei einer Erderwärmung von weniger als zwei Grad nähmen Grasländer mit stark reduzierter Vielfalt 2050 weltweit rund elf Milliarden Tonnen weniger CO2 pro Jahr durch Photosynthese auf als bei erhaltener Vielfalt, hieß es. Auch die Böden speicherten dem Modell zufolge dann weniger Kohlenstoff. Besonders stark betroffen wären tropische und subtropische Regionen.

Der Verlust von Pflanzenvielfalt schwäche zudem die Futtergrundlage für Weidetiere, hieß es. Dies könne wiederum die Lebensgrundlage der Menschen gefährden, die von Weidewirtschaft leben. Zugleich speicherten Böden dann weniger Kohlenstoff und trügen damit weniger zum Klimaschutz bei.