Berlin (epd). Mit Blick auf die geplanten Kürzungen beim Elterngeld hat ein Bündnis konfessioneller Verbände von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eine Abkehr vom Sparkurs gefordert. „Familienpolitik braucht Verlässlichkeit“, erklärten am Donnerstag die Diakonie Deutschland, die evangelische arbeitsgemeinschaft familie, der Familienbund der Katholiken und sieben weitere Verbände in einem Positionspapier. „Wer Partnerschaftlichkeit stärken will, sollte Eltern bessere Möglichkeiten eröffnen, Sorgearbeit fair zu teilen - ohne ihnen zugleich finanzielle Sicherheit und Familienzeit zu entziehen“, forderte das Bündnis.
Die Verbände verlangen einen Kurswechsel in der Elterngelddebatte: Es müsse gewährleistet bleiben, dass jede Familie mindestens zwölf Monate Elterngeld beziehen könne, auch wenn nur ein Elternteil die Leistung in Anspruch nehme. Andernfalls könne die finanzielle Absicherung bereits mit dem neunten Lebensmonat des Kindes enden. Zudem brauche es einen Inflationsausgleich. „Die Entscheidung für ein Kind ist langfristig; familienpolitische Rahmenbedingungen sollten es deshalb ebenfalls sein“, heißt es in dem Positionspapier.
Verbände begrüßen mögliche Kursänderung bei Sparplänen
Im Juli hatte Familienministerin Prien Änderungspläne beim Elterngeld bekannt gegeben. Ab 2027 soll demnach die Bezugsdauer von maximal 14 auf 12 Monate gekürzt werden. Um auf die maximale Bezugsdauer zu kommen, muss jeder Elternteil mindestens drei statt wie bislang zwei Monate nehmen. Angepasst werden sollten zudem die Mindest- und Maximalbeträge für das Elterngeld.
Mit dem Positionspapier solle Familienministerin Prien darin unterstützt werden, sich vom Sparkurs beim Elterngeld zu verabschieden, erklärten die Verbände. Jüngste Äußerungen der Familienministerin, die Bezugsdauer von 14 Monaten gegebenenfalls doch beizubehalten, begrüßte das konfessionelle Bündnis ausdrücklich.




