Erfurt (epd). Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat seine Klage gegen den Entzug seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz zurückgezogen. Das bestätigte das Verwaltungsgericht Chemnitz dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch. Der Doktortitel war Voigt wegen Plagiatsvorwürfen aberkannt worden.
Der Regierungschef begründete den Schritt mit dem Wunsch, Klarheit für Thüringen zu schaffen. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Er habe viel Zeit und Energie in die Arbeit gesteckt. Zuletzt nahm der innerparteiliche Druck auf den CDU-Politiker zu, nachdem Parteifreunde in vertraulichen Gesprächen ihr Unverständnis geäußert hatten, an der wahrscheinlich aussichtslosen Klage festzuhalten.
Promotion beleuchtete den US-Wahlkampf 2004
Die Technische Universität hatte Vorwürfe Voigts zurückgewiesen, bei der Entziehung seines Doktorgrades Rechtsfehler begangen zu haben. Die Entscheidung sei rechtlich fundiert und in einem ordnungsgemäßen Verfahren getroffen worden, sagte ein Hochschulsprecher im Januar.
Voigt promovierte 2008 an der TU Chemnitz im Fach Politikwissenschaften bei dem Politologen Eckhard Jesse. Thema seiner Dissertation war der US-Präsidentschaftswahlkampf 2004 zwischen George W. Bush und John F. Kerry.
Die Aberkennung des Doktorgrades könnte auch Folgen für Voigts Professur an der Quadriga Hochschule Berlin haben. Eine Promotion gilt typischerweise als Nachweis der für eine Professur erforderlichen wissenschaftlichen Befähigung. Auf der Website der Hochschule wird Voigt bereits nicht mehr als Mitglied des Professoriums aufgeführt.




