Hamburg (epd). Die Kinderrechtsorganisation Plan International warnt vor den Folgen des Klimawandels für Mädchen und junge Frauen in Ländern des Globalen Südens. Der Klimawandel wirke wie ein Verstärker bestehender Ungleichheiten und fördere Frühverheiratungen und ungewollte Schwangerschaften, erklärte die Organisation am Montag in Hamburg mit Verweis auf den Weltmädchenbericht.
Für den Report wurden nach Angaben von Plan International insgesamt 5.000 Mädchen zwischen 15 bis 24 Jahren in Bangladesch, Kenia, Peru, Senegal und Simbabwe befragt. Zudem seien Gesundheits- und Klimadaten aus 50 Ländern analysiert worden.
Befragte beobachten Zunahme von Gewalt
Vor allem anhaltende Dürren führen dem Bericht zufolge zu einem Anstieg von Frühverheiratung und ungewollten Schwangerschaften. Wenn Familien über längere Zeit Ernten, Vieh oder Einkommen verlören, sähen sie sich häufiger gezwungen, ihre Töchter minderjährig zu verheiraten, um die wirtschaftliche Not der Familie abzufedern, hieß es. 36 Prozent der Befragten gaben an, dass Frühverheiratungen in ihrem Umfeld nach Klimaereignissen zugenommen haben.
Dreiviertel der Befragten gaben laut Plan International an, nach Klimaextremen nicht mehr oder nur schwer an Menstruations- und Verhütungsprodukte oder medizinische Versorgung zu gelangen. Dies liege an geschlossenen Kliniken oder Gesundheitsstationen sowie zerstörter Infrastruktur, hieß es weiter. 28 Prozent der Mädchen und Frauen beobachteten nach einem Klimaereignis mehr Gewalt.
Junge Frauen auch in Deutschland stark belastet
Auch in Deutschland ist die Sorge vor dem Klimawandel laut der Kinderrechtsorganisation bei jungen Frauen und Mädchen groß. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa hätten 82 Prozent der 14- bis 29-Jährigen angegeben, dass sie der Klimawandel stark beschäftige. Demnach fühlten sich 83 Prozent von ihnen stark oder sehr belastet. Bei den Männern lag die Quote bei 70 Prozent. Insgesamt wurden 802 Jugendliche und junge Erwachsene befragt.
Plan International ist nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas tätig. Der Bericht und die Umfrage wurden anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober veröffentlicht.



