Caritas: Die Menschen in Gaza stehen vor einem dramatischen Winter

Caritas: Die Menschen in Gaza stehen vor einem dramatischen Winter
Während in Gaza 2,1 Millionen Menschen vor einem bitteren Winter stehen, sinke die Aufmerksamkeit für die humanitäre Lage, beklagt Caritas international.

Freiburg (epd). Kurz vor Wintereinbruch fehlt es laut Caritas international im Gaza-Streifen an sauberem Trinkwasser, Lebensmitteln und Unterkünften. Dennoch schwinde die Aufmerksamkeit für die schwierige humanitäre Lage der Menschen dort, beklagte das katholische Hilfswerk am Montag in Freiburg. Die israelische Regierung müsse Hilfslieferungen gewährleisten und die internationale Gemeinschaft die Hilfen ausreichend finanzieren. Ohne eine spürbare Steigerung von Hilfslieferungen und deren Finanzierung sähen die Menschen im Gaza-streifen einem bitteren Winter entgegen.

Die Einfuhr von Gütern nach Gaza bleibe unberechenbar, sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international. „Immer wieder werden die Trucks an den Grenzübergängen zurückgewiesen, ohne dass die Gründe hierfür transparent nachvollziehbar sind.“ Laut Vereinten Nationen werde am ägyptischen Grenzübergang Rafah nur jeder zweite Lastwagen durchgelassen. Trotzdem konnten die Caritas und ihre Partner innerhalb von zehn Monaten mehr als 760 Lastwagen in den Gazastreifen bringen.

1,7 Millionen Menschen in Behelfsunterkünften

Zuletzt hatte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besorgt über die anhaltende humanitäre Krise im Gaza-Streifen geäußert. Ein Jahr nach Beginn der Waffenruhe bleibe die Gesundheitslage katastrophal.

Auslöser des Krieges im Gaza-Streifen war der Angriff der palästinensischen Terrorgruppe Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive in dem dicht besiedelten Küstenstreifen. Vor rund einem Jahr wurde eine Waffenruhe vereinbart, die jedoch brüchig ist.

Durch den Krieg wurden laut Caritas rund 85 Prozent aller Gebäude des Gaza-Streifens zerstört oder beschädigt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen müssten in Behelfsunterkünften ausharren.