Studie: Kinderrechtsorganisationen warnen vor Risiken durch KI

Studie: Kinderrechtsorganisationen warnen vor Risiken durch KI
Kinderrechtsorganisationen warnen vor den Gefahren Künstlicher Intelligenz für Kinder und Jugendliche. Zugleich fordern die Verbände wirksamere Schutzmaßnahmen und verbindliche Standards von der Politik.

Hannover, Osnabrück (epd). Die Kinderrechtsorganisationen SOS-Kinderdörfer weltweit und Terre des Hommes warnen vor den Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI) für Kinder und Jugendliche. Die Risikobelastung übersteige derzeit die vorhandenen Schutzmaßnahmen, heißt es in einer gemeinsamen Untersuchung, über die das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Sonntag) berichtete. Zwar biete die Technologie auch Chancen, doch seien technische und regulatorische Schutzvorkehrungen weiterhin unzureichend.

KI sei bereits tief im Alltag junger Menschen verankert und präge Bildung, soziale Medien sowie Unterhaltungsangebote oft unbemerkt, warnen die Organisationen. Junge Menschen interagierten routinemäßig mit der Technologie, bevor sie diese überhaupt benennen könnten. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren der Studie ermöglichen dieselben Gestaltungsmerkmale, die Personalisierung und Barrierefreiheit schaffen, zugleich Gefahren durch Fehlinformationen, Voreingenommenheit, Abhängigkeit und kommerzielle Ausbeutung.

Gesetzliche Regulierung hinkt hinterher

Während Technologiekonzerne die Entwicklung mit unvorstellbaren Summen vorantrieben, hinke die gesetzliche Regulierung zunehmend hinterher, sagte Sabina Schutter von SOS-Kinderdörfer weltweit dem RND. Kinderschutz bedeute nicht nur, Risiken zu verringern. „Kinder und Jugendliche brauchen Kompetenzen, um digitale Räume kritisch, sicher und selbstbewusst nutzen zu können“, betonte die Expertin.

Vorstandssprecher Joshua Hofert von Terre des Hommes erklärte, Kinder wüchsen nicht neben der Technologie auf, sondern mit ihr. Doch während Konzerne Milliarden verdienten, blieben junge Menschen häufig schutzlos - insbesondere gegenüber Deepfakes, manipulativen Algorithmen und emotionaler Abhängigkeit. Der Kinderschutz müsse von Anfang an Teil jeder Anwendung sein. Hofert forderte verbindliche Standards für Sicherheit durch Design, wirksame Alterskontrollen und eine systematische Beteiligung von Kindern an der Regulierung.