Köln (epd). Mehr als 700 Moscheen in ganz Deutschland haben am Freitag wieder ihre Türen für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Am 30. Tag der offenen Moschee luden sie zu Führungen, Gesprächen und Diskussionsrunden ein. Die Aktion solle ein Zeichen für Begegnung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung setzen, erklärte der Koordinationsrat der Muslime in Köln.
Das diesjährige Motto „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“ solle die Bedeutung der Moscheen als gesellschaftliche Institutionen hervorheben, sagte der seit Donnerstag amtierende neue Sprecher des Koordinationsrats, Samir Bouaissa vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). „Gerade die Wahlergebnisse in den östlichen Bundesländern führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, als Gesellschaft zusammenzustehen und gemeinsam Verantwortung für unsere freiheitliche demokratische Ordnung und die sie tragenden Institutionen zu übernehmen.“
Mehr miteinander und weniger übereinander reden
Die Moscheegemeinden wollten das gesellschaftliche Miteinander aktiv mitgestalten, betonte der stellvertretende ZMD-Vorsitzende. „Der 3. Oktober steht für die Einheit unseres Landes und zugleich für die Begegnung seiner Menschen. Moscheen gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft.“ Sie seien Orte des Glaubens, der Nachbarschaft, des Engagements und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. „Gerade in herausfordernden Zeiten müssen wir mehr miteinander und weniger übereinander reden“, forderte Bouaissa.
Der Tag der offenen Moschee wird seit 1997 jährlich am Tag der Deutschen Einheit begangen. Organisiert wird er seit 2007 größtenteils von den Verbänden, die im Koordinationsrat der Muslime zusammengeschlossen sind. Mitglieder des Dachverbands mit Sitz in Köln sind neben dem Zentralrat der Muslime die eng mit der türkischen Religionsbehörde verbundene Türkisch-Islamische Union (Ditib) als größter Moscheeverband in Deutschland, der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), die Union der Islamisch-Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD) und der Zentralrat der Marokkaner in Deutschland (ZRMD).




