Gedenken zum Jahrestag des antisemitischen Anschlags von Halle

Gedenken zum Jahrestag des antisemitischen Anschlags von Halle
Zwei Menschen starben vor sieben Jahren beim versuchten Synagogen-Anschlag in Halle. Das antisemitische Verbrechen und die Opfer sollen nicht in Vergessenheit geraten.

Halle (epd). Zum siebten Jahrestag des antisemitischen Anschlags in Halle wird am 8. und 9. Oktober mit zahlreichen Veranstaltungen der Ermordeten, Verletzten und Angehörigen gedacht. Unter anderem organisiert das Bündnis „Halle gegen Rechts“ einen Gedenkrundgang, der am Nachmittag des kommenden Freitags zu den damaligen Anschlagsorten führen soll.

Der Weg führe etwa an der Synagoge entlang, die der Rechtsterrorist Stephan B. am 9. Oktober 2019, dem jüdischen Feiertag Jom Kippur, stürmen wollte. Er scheiterte an der Tür und erschoss vor dem Gotteshaus die 40-jährige Jana S. An der Synagoge veranstalte die Jüdische Gemeinde zu Halle laut Angaben von „Halle gegen Rechts“ bereits am Freitagmittag ein stilles Gedenken.

Straßenbahnen sollen anhalten

Am „Tekiez“ soll bereits am 8. Oktober ab 17 Uhr eine Kundgebung an den Anschlag in dem ehemaligen Dönerimbiss erinnern. Der Täter erschoss dort den 20-jährigen Kevin S. Heute ist der „Tekiez“ ein Raum des Erinnerns und der Solidarität. Bei der Kundgebung sprechen auch Überlebende des Anschlags von Halle und Wiedersdorf. Dort verletzte der Täter auf der Flucht zwei weitere Menschen schwer. Der Attentäter verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Die Stadt Halle will laut Angaben des Bündnisses am Freitagmittag an den Anschlag erinnern. Die Straßenbahnen sollen dann anhalten, mit Glockengeläut soll ein Moment des Innehaltens im Stadtgebiet geschaffen werden. In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalkreis soll zudem um 17 Uhr auf dem Marktplatz der Anschlagsopfer gedacht werden.