Digitale Plattform liefert Infos zu Wegsperrungen für Wanderer

Digitale Plattform liefert Infos zu Wegsperrungen für Wanderer
Wanderer und Radfahrer können sich künftig in Outdoor-Apps frühzeitig über kurzfristige Wegsperrungen in Naturschutzgebieten informieren. Eine von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Plattform stellt dafür aktuelle Daten bereit.

Osnabrück (epd). Wanderer und Radfahrer können sich künftig über Outdoor-Apps und Kartendienste verlässlich über kurzfristige Wegsperrungen in Naturschutzgebieten informieren. Ein Projekt des Berliner Vereins „Digitize the Planet“ bündelt dazu aktuelle Routeninformationen in einer frei zugänglichen Datenlösung, die von Kartendiensten und Outdoor-Apps integriert werden kann, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Mittwoch in Osnabrück mitteilte. Die Umweltstiftung fördert das Vorhaben mit knapp 150.000 Euro.

Wenn Forstarbeiten, Felsstürze oder Brutzeiten Wege unpassierbar machen, sollen Ausflugsgäste dies direkt bei der Tourenplanung auf ihren Smartphones sehen können. „Dem Benutzer wird bei der Planung oder beim Navigieren also angezeigt, dass ein bestimmter Streckenabschnitt, ein Punkt oder ein Gebiet gesperrt ist, beispielsweise wegen eines Felssturzes“, erklärte Entwicklungsleiter Tom Müller.

Daten für mehr als 400 Schutzgebiete

Nach Angaben der DBU sind auf der Plattform bereits mehr als 400 Schutzgebiete in Deutschland und anderen europäischen Ländern samt ihren dauerhaften Regeln erfasst. Verantwortliche Stellen vor Ort könnten temporäre Einschränkungen mit wenigen Klicks einspeisen. Wer rechtzeitig über Hindernisse informiert sei, könne alternative Routen wählen und gerate nicht so schnell in Versuchung, Sperrungen zu ignorieren, betonte Müller.

Die DBU verwies darauf, dass laut einer 2025 veröffentlichten Studie der Stiftung Deutsche Nationale Naturlandschaften bundesweit jährlich fast 700 Millionen Besuchertage auf Nationalparks und andere Großschutzgebiete entfallen. „Es muss aber sichergestellt sein, dass Besucher den ursprünglichen Zweck dieser Flächen, nämlich den Naturschutz, nicht gefährden“, bekräftigte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.