Frankfurt a.M. (epd). Die am Montag nächster Woche in Frankfurt am Main eröffnende Jüdische Akademie in Deutschland bekennt sich zu Israel, versteht sich aber nicht als eine Vertretung des jüdischen Staates. „Dieser Staat ist ein Teil unseres Selbstverständnisses“, sagte Doron Kiesel, der die Akademie zusammen mit Sabena Donath für den Zentralrat der Juden in Deutschland leiten wird, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch).
Kiesel führte aus: „Wir haben einen Konsens, und an dem ist nicht zu rütteln: Das ist eine klare prozionistische, proisraelische Position.“ Auch im Zentralrat werde kontrovers diskutiert. „Die israelische Gesellschaft selbst ist extrem plural, auf eine aufregende Weise, würde ich sagen“, sagte er und kündigte für die Akademiearbeit an: „Diese Themen werden wir aufgreifen. Aber wir sind keine Vertreter Israels. Wir sind nicht dessen Verteidigungsminister oder dessen Ministerpräsident.“
Existenz Israels soll nicht infrage gestellt werden
Die Akademie werde Räume schaffen, um zu debattieren. „Es geht uns an dieser Stelle bewusst nicht um eine Positionierung“, sagte Kiesel und ergänzte: „Nur eins ist klar: Ein Referent, der die Existenz Israels infrage stellt, kann mit uns nicht zusammenarbeiten. Punkt.“
Die Jüdische Akademie in Deutschland wird zu Beginn der nächsten Woche mit einem Festakt eröffnet. Zur Feier wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Ihre Arbeit aufnehmen wird die Akademie Anfang nächsten Jahres.




