Polizei geht mit Razzia gegen "Hater-Community" vor

Polizei geht mit Razzia gegen "Hater-Community" vor
Wegen einer Hetzkampagne gegen einen 44-Jährigen hat die Polizei Wohnungen in sieben Bundesländern durchsucht. Die 15 Beschuldigten sollen den Mann nicht nur im Internet massiv schikaniert haben.

Karlsruhe (epd). Mit einer Razzia in sieben Bundesländern ist die Polizei am Mittwoch gegen eine sogenannte Hater-Community vorgegangen. Wie Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Karlsruhe mitteilten, wurden 15 Wohnungen durchsucht. Den 15 Beschuldigten wird zur Last gelegt, einen 44-jährigen Mann aus Karlsruhe mit einer koordinierten Kampagne attackiert zu haben.

Die deutschen Staatsangehörigen im Alter von 22 bis 49 Jahren sollen sich im Internet zusammengeschlossen haben, um den Mann zu schikanieren. Ein Teil der Gruppe trete unter der Bezeichnung „Freikreuzzug“ auf. Laut den Ermittlern sandten die Verdächtigen im Namen des 44-Jährigen E-Mails mit beleidigendem oder bedrohlichem Inhalt an Politiker, Gedenkstätten und Unternehmen.

Opfer geriet selbst ins Visier der Justiz

Durch diese fingierten E-Mails seien Strafanzeigen und Ermittlungen gegen den Mann in Gang gesetzt worden. Anlass für die Angriffe soll das Auftreten des Mannes in sozialen Medien gewesen sein. Dort habe er teilweise stark polarisierende Inhalte veröffentlicht.

Dem Netzwerk werden auch Sachbeschädigungen am Wohnhaus des Mannes sowie an den Gräbern von dessen Familienangehörigen in Karlsruhe zur Last gelegt. Ermittelt wird unter anderem wegen Nötigung, Bedrohung, Störung der Totenruhe und Vortäuschens von Straftaten.