Klima-Allianz wünscht sich soziale Entlastungen statt Tankrabatt

Klima-Allianz wünscht sich soziale Entlastungen statt Tankrabatt
Ab 1. Oktober sollen Benzin und Diesel wegen des neuerlichen Tankrabatts weniger kosten. Die Geschäftsführerin der Klima-Allianz kritisiert das: Weder entlaste der Rabatt zielgerichtet, noch werde die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen geringer.

Berlin (epd). Die Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, Viviane Raddatz, sieht den neuen Tankrabatt kritisch. Statt die Menschen gezielt zu entlasten und den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen voranzutreiben, bekämpfe der Rabatt nur Symptome, erklärte Raddatz am Mittwoch in Berlin. Die Politik solle eher die Elektrifizierung konsequent stärken und Haushalte entlasten, bei denen das Geld knapp sei.

Solche zielgerichteten Entlastungen seien sozial gestaffelte Direktzahlungen oder ein bundesweites 29-Euro-Sozialticket. Beim Tankrabatt gelte hingegen: „Wer viel tankt, bekommt am meisten“, kritisierte Raddatz. An der Abhängigkeit von Öl und der daraus resultierenden Krisenanfälligkeit durch die schwankenden Weltmarktpreise ändere der Rabatt zudem nichts.

Rabatt von rund 17 Cent pro Liter

Bundestag und Bundesrat hatten vergangene Woche angesichts der derzeit hohen Benzin- und Dieselpreise für einen neuen Tankrabatt in Höhe von rund 17 Cent pro Liter gestimmt. Der Tankrabatt tritt am Donnerstag in Kraft und soll bis Ende des Jahres gelten. Vorab hatten mehrere Umwelt- und Sozialverbände die Sprit-Entlastung kritisch bewertet.

Die Klima-Allianz setzt sich für eine sozial gerechte Klimapolitik ein. Dem Bündnis gehören Organisationen aus verschiedenen Bereichen wie Umwelt, Kirchen und Soziales an.