Mainz (epd). Sie sind 28 Zentimeter groß, flauschig und sollen in höchster Not ein wenig Trost spenden: In Rheinland-Pfalz gehören Teddybären künftig zur regulären Ausstattung aller Streifenwagen der Polizei. Nach Unfällen, Straftaten oder in anderen Ausnahmesituationen sollen sie als „Seelentröster“ an beteiligte Kinder ausgeteilt werden, gab Landesinnenminister Achim Schwickert (CDU) am Dienstag in Mainz bekannt. Bisher seien 1.100 Plüschtiere angeschafft worden, das entspricht zunächst drei pro Streifenwagen.
Polizeibeamtinnen und -beamte könnten selbst entscheiden, bei welchen Einsätzen sie einen Bären verschenken. Die Initiative zur Einführung der Trost-Teddys geht auf das Polizistenehepaar Kim und Kevin Zorn zurück, die sich in ihrer gemeinsamen Bachelorarbeit an der Polizeihochschule Rheinland-Pfalz mit der psychologischen Erstversorgung von Kindern bei Polizeieinsätzen beschäftigt hatten. Junge Zeugen oder Opfer von Unfällen, häuslicher Gewalt oder sexueller Übergriffe, so ein Ergebnis der Arbeit, könnten unmittelbar nach dem Geschehen abgelenkt werden, wenn sie einen Gegenstand zum Anfassen bekommen.
Mehr als eine nette Geste
Auch in einigen anderen Bundesländern setzt die Polizei bereits auf Plüschbären als Trostspender, so etwa in Kevin Zorns Heimat Sachsen-Anhalt. „Wir mussten das Rad nicht erfinden, sondern es nur nach Rheinland-Pfalz rollen“, sagte er.
Bereits seit 2023 waren die Bären probeweise bei Einsätzen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz mitgeführt worden. „Das hat nicht nur den Kindern geholfen, sondern auch mir“, berichtete Kim Zorn. Der Teddybär sei nicht bloß eine „nette Geste am Rand“, sondern ein echtes Einsatzmittel.
In mindestens einem Fall half der Bär auch dabei, eine hochbetagte, verwirrte Dame zu beruhigen. Die Polizei in Rheinland-Pfalz wird die neutral gestalteten Plüschtiere über die Deutsche Teddy-Stiftung beziehen.




