Denkmalschutz-Sonderprogramm: Weimer will stärkeren Fokus auf Kirchen

Denkmalschutz-Sonderprogramm: Weimer will stärkeren Fokus auf Kirchen
Der Erhalt von Sakralbauten ist für die Kirchen eine finanzielle Last. Kulturstaatsminister Weimer verspricht mehr Unterstützung vom Staat bei der Denkmalschutz-Förderung.
28.09.2026
epd
epd-Gespräch: Corinna Buschow und Karsten Frerichs

Berlin (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will den Kirchen beim Erhalt ihrer Gebäude stärker unter die Arme greifen. „Ich will die Kirchen, die häufig in der Kulturpolitik eine marginale Rolle spielen, deutlich stärker in den Blickpunkt nehmen“, sagte Weimer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die christlichen Sakralbauten seien „nach wie vor der größte Kulturträger des Landes“.

Konkrete Gespräche habe es über den Erhalt solcher Bauten gegeben. „Auch wenn die Sanierung und der Erhalt zuvorderst Aufgabe der Kirchen und Länder sind, beteiligt sich auch der Bund erheblich“, sagte Weimer. Inzwischen fließe etwa die Hälfte der Denkmalschutzförderung in Sakralbauten, also Kirchen, Klöster, Kapellen und historische Orgeln. „Jede Kirche in jedem Ort ist eine geistige Tankstelle und ein identitätsstiftendes Moment“, sagte der Kulturstaatsminister. Deswegen freue er sich, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags 50 Millionen Euro für ein weiteres Denkmalschutz-Sonderprogramm zur Verfügung gestellt habe.

Weimer grundsätzlich gegen Eintrittsgeld

Das Programm ziele auf denkmalgeschützte Kulturbauten wie Burgen, Schlösser, Museen, aber eben auch auf Kirchen. Aus Weimers Etat werden nach dessen Worten auch bedeutende Kulturdenkmäler gefördert. Er verwies etwa auf den Naumburger Dom, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, das Lutherhaus in Wittenberg und das Kloster Wettenhausen.

Weimer sagte, im nächsten Jahr wolle er auch das Thema Pilgerwege „neu in den Blickpunkt rücken“. „Die großartige Pilgerwegkultur, die wir in Deutschland haben, möchte ich stärker sichtbar machen“, sagte er.

Zur Diskussion um Eintrittsgelder für Kirchen sagte der Kulturstaatsminister, „Kirchen sollten grundsätzlich für alle Menschen offen und ohne Eintritt sein, weil sie jenseits der religiösen Dimension soziale Heimat und Heimat für Innerlichkeit sind“. Wenn aber in Einzelfällen wie beim Kölner Dom der Tourismus solche Orte „auch bedrängen kann“ und in der Folge Eintritt verlangt wird, „steht es mir als Staatsminister nicht zu, dies zu bewerten“, sagte er.