Interkulturelle Woche wirbt für mehr Miteinander

Interkulturelle Woche wirbt für mehr Miteinander
Alljährlich wirbt die Interkulturelle Wochen bundesweit für Vielfalt und Menschenwürde. 2026 steht sie unter dem Motto "Dafür! Die zentrale Eröffnung fand in Leipzig statt.
27.09.2026
epd
Von Katharina Rögner (epd)

Leipzig (epd). Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Leipziger Thomaskirche ist am Sonntag die bundesweite Interkulturelle Woche eröffnet worden. In seiner Predigt äußerte sich der ehemalige Bischof des katholischen Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, besorgt darüber, dass Menschen untereinander „Grenzen hochziehen“, dass manche nach Herkunft, Religion oder Nutzen einteilten.

Menschen werde ihre Würde abgesprochen und dies „scheint heute wieder salonfähig zu sein“, sagte Timmerevers. Nötig sei aber eine Haltung, Andere nicht als Konkurrenten, als Fremde oder als Problem anzusehen, „sondern als Menschen, deren Würde unantastbar ist“.

Ein Fest gegen den Hass

Die Aktionswoche gilt als eine der größten zivilgesellschaftlichen Initiativen in Deutschland, die sich für Vielfalt, Demokratie, Menschenrechte und das friedliche Zusammenleben aller Menschen einsetzt. Sie steht 2026 unter dem Motto „Dafür!“ Anlässlich der zentralen Eröffnung in Leipzig fand im Thomaskirchhof ein Straßenfest unter dem Motto „Leipzig feiert Vielfalt“ statt.

Beim Bühnenprogramm und an Ständen präsentierten sich Vereine, Initiativen und Religionsgemeinschaften, darunter die vietnamesische und die armenische Community. Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skandi Jaennicke (Linke) sagte, das Motto „Dafür!“ der Aktionswoche verlange eine Antwort, wofür jeder und jede stehe.

Die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses, Beate Sträter, sagte, es gelte, bestehende Verbindungen und Netzwerke noch viel mehr zu stärken, damit „wir füreinander einstehen und auch ganz konkrete Hilfe leisten, wo das nötig ist“. Es komme auf Gemeinsamkeit an. Anlässlich des Eröffnungsprogramms in Leipzig sagte sie weiter: „Es gibt nichts Besseres gegen den Hass, als ein Fest zu feiern, bei dem die Freude und die Freundlichkeit, das Miteinander spürbar und sichtbar werden.“

Bundesweit rund 6.000 Veranstaltungen

Bis zum 4. Oktober sind bundesweit rund 6.000 Veranstaltungen in mehr als 750 Städten und Gemeinden vorgesehen. Die Interkulturelle Woche findet seit 1975 jeweils Ende September statt. In Leipzig startete das Programm bereits am 14. September und dauert noch bis zum 11. Oktober. Knapp 100 Veranstaltungen wurden insgesamt geplant.

Oberlandeskirchenrat Thilo Daniel von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens sagte: „Wir leben im Pro und Contra. Selten findet sich ein Konsens.“ Es sei jedoch zu fragen, wofür Menschen sind: „Dafür ist inklusiv. Dafür verbindet.“

In einem „Gemeinsamen Wort“ mit Blick auf die Aktionswoche 2026 hatten die evangelische und die katholische Kirche sowie die orthodoxe Bischofskonferenz zu Nächstenliebe aufgerufen und zum Engagement gegen gesellschaftliche Spaltung. In einer Zeit, in der „auch die öffentlichen Debatten um große gesellschaftliche Fragen so oft von Kleinmut, Angst und einem 'Dagegen' bestimmt werden“, sei „ein positiver und hoffnungsvoller Akzent“ zu setzen, hieß es.