Digitalisierung: Papst Leo XIV. ruft zum Schutz junger Menschen auf

Digitalisierung: Papst Leo XIV. ruft zum Schutz junger Menschen auf
In einer Rede vor der Unesco weist der Papst auf die Gefahren im digitalen Zeitalter vor allem für junge Menschen hin. Außerdem betont er die Bedeutung internationaler Organisationen für den Dialog und den Frieden.

Paris (epd). Papst Leo XIV. hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, dem Schutz von Kindern und jungen Menschen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „Im digitalen Zeitalter darf ihre Verletzlichkeit niemals zum Anlass für Ausbeutung werden“, sagte der Papst am Freitag in einer Rede bei der UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco in Paris, die er in mehreren Sprachen hielt.

Digitale Technologien sollten das Wachstum, die Bildung und die zwischenmenschlichen Beziehungen junger Menschen fördern, sagte das Kirchenoberhaupt weiter. Sie müssten „stets im Dienste der Würde des Menschen stehen“.

Herausforderung für Bildung und Wissenschaft

Die Technologie stelle aber auch eine der Herausforderungen dar, denen sich Wissenschaft und Bildung heute gegenübersehen, sagte der Papst weiter. „Unsere Bemühungen in diesem Bereich müssen sicherstellen, dass die neuen Technologien im Dienst des Menschen bleiben und nicht zu einem weiteren Instrument der Herrschaft und Ungerechtigkeit werden.“

Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie setzt sich weltweit für den Frieden und die Sicherheit ein und zeichnet besondere Orte als Weltkultur- oder Weltnaturerbe aus. Seit 1952 begleitet eine Ständige Beobachtermission des Heiligen Stuhls die Initiativen der Organisation.

Dialog wird als Hemmnis angesehen

Gemeinsam eine gerechte Welt zu gestalten, sei das eigentliche Fundament der internationalen Zusammenarbeit, betonte der Papst in seiner Ansprache vor der Unesco. Angesichts der zahlreichen und komplexen Krisen der Gegenwart blicke die Welt allerdings mit gegensätzlichen Gefühlen auf internationale Institutionen.

Einerseits seien diese dazu aufgerufen, „Herausforderungen zu bewältigen, denen kein Staat allein gewachsen ist“, stellte der Papst fest. Andererseits durchlebten eben diese Institutionen „eine Effizienzkrise, vor allem wenn der Dialog eher als Hemmnis für das Handeln denn als Ressource für den Frieden angesehen wird“. Angesichts dieser „Fehlentwicklungen“ gelte es, eine „heute seltene, aber erstrebenswerte Tugend zu fördern: das Vertrauen“.