Wohngeld: Zahl der Haushalte und Ausgaben auf Rekordhoch

Wohngeld: Zahl der Haushalte und Ausgaben auf Rekordhoch
Zum Jahresende 2025 haben in Deutschland 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld bezogen. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung vor gut 20 Jahren.
25.09.2026
epd
Von Susanne Rochholz (epd)

Wiesbaden (epd). Ende 2025 haben deutlich mehr Privathaushalte in Deutschland Wohngeld bezogen als ein Jahr zuvor. Die Zahl stieg um rund 90.000 oder 7,2 Prozent auf etwa 1,3 Millionen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das seien so viele wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2005. Ende 2025 bezogen 3,2 Prozent aller privaten Haushalte Wohngeld, ein Jahr zuvor waren es noch 3,0 Prozent der Privataushalte.

Auch die Ausgaben für das Wohngeld stiegen auf ein Rekordhoch: Sie erhöhten sich binnen Jahresfrist um 6,4 Prozent auf 4,992 Milliarden Euro, wie die Statistikbehörde weiter mitteilte. Dies war der höchste Wert seit 2005.

Durchschnittlich 296 Euro je Haushalt

Der Anstieg ergibt sich demnach aus der gesetzlich vorgeschriebenen, turnusmäßigen Anpassung des Wohngeldanspruchs an die allgemeine Preis- und Mietpreisentwicklung. Dadurch sei auch der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch pro Haushalt gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 296 Euro Ende 2025 gestiegen, notierten die Statistiker.

Wohngeld wird den Angaben zufolge einkommensschwachen Haushalten gewährt, damit diese sich angemessenen Wohnraum leisten können. Die Höhe hängt von der Höhe des Einkommens, den Wohnkosten und der Zahl der Haushaltsmitglieder ab. Die Kosten für das Wohngeld tragen Bund und Länder jeweils zur Hälfte. Das Wohngeldgesetz trat am 1. April 1965 in Kraft und wurde seither mehrfach angepasst.

Allein lebende Ruheständler und Familien dominieren

Vor allem alleinstehende Personen im Ruhestand und Familien erhielten laut der Statistik die Sozialleistung. In mehr als der Hälfte der Empfängerhaushalte (682.000 oder 51 Prozent) seien Ende 2025 Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre 2025 die Person mit dem Haupteinkommen gewesen, die große Mehrheit von ihnen (581.000 oder 85 Prozent) alleinstehend. In mehr als einer halben Million Wohngeldhaushalten (519.000) lebten junge Menschen unter 25 Jahren. Familien machten damit 39 Prozent der Wohngeldhaushalte aus.

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern. Im regionalen Vergleich stieg die Zahl der Wohngeldhaushalte in Schleswig-Holstein zum Jahresende 2025 mit 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr prozentual am stärksten. Am schwächsten sei der Anstieg in Berlin mit 1,7 Prozent gewesen, teilte das Bundesamt mit. Der Anteil der Wohngeldhaushalte an allen Haushalten war demnach Ende 2025 in Mecklenburg-Vorpommern mit 5,8 Prozent am höchsten und mehr als dreimal so hoch wie in Bayern. Dort bezogen mit 1,9 Prozent der Privathaushalte anteilig die wenigsten Haushalte Wohngeld.

Bundesregierung plant Änderungen

Die Bundesregierung plant eine Reform des Wohngeldes. Sie will etwa 1,5 Milliarden Euro einsparen, indem das Wohngeld gekürzt und Einkommen stärker angerechnet werden.