Extremwetterkongress in Hamburg: Appelle für mehr Klimaschutz

Extremwetterkongress in Hamburg: Appelle für mehr Klimaschutz
Der Klimawandel führt zunehmend zu Wetterextremen. Angesichts von Rekordhitze und Trockenheit fordern Forschende mehr Engagement beim Klimaschutz in Deutschland.

Hamburg (epd). Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung mahnt der Meteorologe, Autor und ARD-Moderator Sven Plöger mehr Engagement beim Klimaschutz an. „Jetzt brauchen wir eine klare Politik, die dagegenhält“, sagte Plöger am Mittwoch beim 16. Extremwetterkongresses in Hamburg. Vor allem von Lobbygruppen werde die eigene Verantwortung für den Klimawandel angezweifelt.

„Beim Spiel Klimavernunft gegen Realitätsverweigerung steht es gerade gefühlt 1:3“, sagte Plöger. Das Gute sei, dass Spiele gedreht werden könnten. Jetzt geht es darum, nicht aufzugeben.

Hitzewellen: „Stilles Sterben“

Es sei traurig, dass die Opfer der Klimakrise offenbar einfach hingenommen würden, sagte der Meteorologe. Geschätzt 16.000 Menschen seien im Zuge der diesjährigen Hitzewellen in Deutschland gestorben. Es sei „ein stilles Sterben“.

Bei dem Kongress kommen Fachleute aus der Wetter- und Klimaforschung, der Stadtplanung, Medien und Medizin zusammen. Nach Angabe der Veranstalter geht es um eine Bestandsaufnahme des Klimasystems und der damit verbundenen Extremwetterrisiken. Der Kongress endet am Donnerstag.

Städte besonders von Hitzewellen betroffen

Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes, verwies auf die Hitzewelle und Trockenheit im Juni. Große Waldbrände und eine hohe Zahl an Hitzetoten seien die Folge gewesen. „Es ist gut möglich, dass wir in 30 Jahren zurückblicken und feststellen, dass der Sommer 2026 trotz seiner rekordverdächtigen Temperaturen noch einer der kühleren war“, sagte Fuchs. Durch Hitze und Trockenheit entstünden enorme Belastungen für die Gesellschaft, etwa im Bereich des Gesundheitswesens oder der Land- und Forstwirtschaft. Städte seien besonders von Hitze betroffen.

Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts gab es in diesem Sommer in Deutschland rund 16.000 Hitzetote. Zudem wurden mehrfach Temperaturrekorde registriert. Der August war nach Daten des EU-Klimadienstes Copernicus der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.