Ethiopian Airlines setzt Flüge in Krisenregion Tigray aus

Ethiopian Airlines setzt Flüge in Krisenregion Tigray aus
Die äthiopische Tigray-Region war bis vor wenigen Jahren Schauplatz eines brutal ausgefochtenen Krieges. Zuletzt nahmen die Spannungen wieder zu. Nun hat Ethiopian Airlines Flüge in die Region vorerst gestrichen.

Nairobi, Addis Abeba (epd). Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen hat die staatliche Fluggesellschaft Ethiopian Airlines Flüge in die äthiopische Tigray-Region vorerst gestoppt. Flüge in die Regionalhauptstadt Mekelle sowie nach Axum und Shire seien aufgrund der „aktuellen Situation“ ausgesetzt, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Mehrere Medien berichteten, dass lokale Sicherheitskräfte den Flughafen von Mekelle übernommen hätten.

Die Nachrichtenplattform „Addis Standard“ verwies auf entsprechende Informationen aus dem Sicherheitssektor sowie dem Bereich des Flughafens. Ethiopian Airlines selbst nannte keine weiteren Details zu den Gründen der Aussetzung.

Krieg mit Hunderttausenden Toten

Die Tigray-Region im Norden Äthiopiens war von 2020 bis 2022 Schauplatz eines brutal ausgefochtenen Krieges zwischen der Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), bei dem Schätzungen zufolge Hunderttausende Menschen getötet wurden. Hintergrund war ein Machtkampf um die Kontrolle in Tigray.

Der Krieg endete 2022 mit der Aushandlung eines Abkommens im südafrikanischen Pretoria. Zuletzt nahmen die Konflikte jedoch wieder zu. Vor wenigen Monaten erklärte die TPLF, die Regierung über die Region wieder selbst zu übernehmen.

Vereinte Nationen äußern sich besorgt

Auch in weiteren Teilen des Vielvölkerstaats Äthiopien mit rund 130 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Lage angespannt. Am Sonntag hatten sich sieben bewaffnete Oppositionsgruppen landesweit zu einer Allianz zusammengeschlossen und den Sturz der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed als Ziel ausgegeben. Zu den Unterzeichnern gehören neben der TPLF auch die Oromo-Befreiungsarmee sowie Gruppen aus den Regionen Amhara, Afar, Somali und Benishangul-Gumuz. Ein Sprecher der Vereinten äußerte sich besorgt über den Zusammenschluss.