Bochum (epd). Stürme entwickeln laut Weltrisikobericht eine zunehmend zerstörerische Kraft, vor allem tropische Wirbelstürme. Während die Gesamtzahl der tropischen Wirbelstürme relativ stabil geblieben sei, habe ihre Intensität aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels zugenommen, erklärt die Klimawissenschaftlerin Friederike Otto vom Centre for Environmental Policy am Imperial College London in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.
Die Fachleute verweisen auf die ungleiche Verteilung von Sturmrisiken und Schadenspotenzial unabhängig von der Klimaentwicklung: Allein durch die rasante Urbanisierung exponierter Küstenräume seien diese Gebiete besonders gefährdet. Der jährlich erscheinende Weltrisikobericht wird vom Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben.
Extreme Konzentration auf wenige Länder
Der Weltrisikoindex bildet mit Erdbeben, Tsunamis, Küstenüberschwemmungen, Flusshochwasser, Stürmen, Dürren und Meeresspiegelanstieg sieben Gefährdungsarten ab, wie es in dem Bericht heißt. Keine davon sei geografisch so konzentriert wie tropische Wirbelstürme: Von 193 Staaten hätten 123 keinerlei Sturmexposition. Die übrigen 70 Staaten liegen in drei klar abgrenzbaren Regionen: dem Westpazifik, dem Nordatlantik, einschließlich der Karibik, und dem Indischen Ozean. Zehn Länder seien besonders gefährdet, die übrigen 60 seien nur marginal betroffen. An der Spitze stehen laut dem Bericht die Philippinen, Japan, China, Südkorea, Mexiko, Mauritius, Madagaskar, die USA, Mikronesien und Australien.
Wie groß das Risiko für eine Katastrophe sei, hänge jedoch auch mit der gesellschaftlichen Vulnerabilität zusammen. Entscheidend für das Ausmaß einer Katastrophe seien wirksame Frühwarnsysteme, soziale Sicherungssysteme und Finanzmittel.




