Bad Nenndorf (epd). Während der diesjährigen Badesaison sind in deutschen Gewässern mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahreszeitraum. Zwischen Anfang Mai und Mitte September ertranken 248 Personen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Mittwoch im niedersächsischen Bad Nenndorf mitteilte. Das seien zwölf Todesopfer mehr gewesen als im Vergleichszeitraum 2025. Seit Jahresbeginn registrierte die Organisation bundesweit 320 tödliche Wasserunfälle (Vorjahreszeitraum: 328).
Mit mindestens 101 Todesfällen war der Juni nach DLRG-Angaben der folgenschwerste Monat des Jahres. Eine höhere Opferzahl in einem Juni habe der Verband zuletzt im Jahr 2003 gezählt, hieß es. Lang anhaltende hohe Temperaturen hätten zu einem starken Andrang an den Gewässern geführt, während viele Badende die Gefahren unterschätzt hätten. „Das ist ein Höchstwert“, erklärte DLRG-Präsidentin Ute Vogt mit Blick auf den Juni-Anteil von rund 43 Prozent an den Todesfällen zwischen Mai und August.
Sorge um junge Männer
Besonders alarmiert zeigte sich die Organisation über die Entwicklung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Seit Jahresbeginn seien bereits 88 Menschen im Alter zwischen 11 und 30 Jahren ertrunken und damit 15 mehr als im gesamten Vorjahr, betonte der Verband. Mehr als 90 Prozent der verunglückten Personen dieser Altersgruppe seien männlich gewesen. „Jugendliche und junge Männer gehen häufig vermeidbare Risiken ein“, sagte Vogt. Leichtsinn, Selbstüberschätzung und mangelnde Schwimmkompetenz spielten eine wesentliche Rolle.
Angesichts der Entwicklung forderte die DLRG-Präsidentin mehr Engagement von Bund, Ländern und Kommunen bei der Schwimmausbildung. Die öffentliche Hand müsse flächendeckend deutlich mehr in marode Schwimmbäder und den schulischen Schwimmunterricht investieren, unterstrich Vogt. Andernfalls seien dauerhaft höhere Opferzahlen unter jungen Menschen zu befürchten. Zudem brauche es bundesweite Kampagnen für mehr Sicherheit an Gewässern.



