New York, Genf (epd). Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat von den Staaten mehr Einsatz für ein Ende der vielen bewaffneten Konflikte gefordert. Die Kriege in der Ukraine, in Nahost, im Sudan und anderswo müssten aufhören und die Opfer der Gewalt müssten uneingeschränkt humanitäre Hilfe erhalten, verlangte Guterres am Dienstag in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York.
Die erste große Bewährungsprobe des 21. Jahrhunderts betrifft laut Guterres die Schaffung von Frieden und Sicherheit, davon hänge die Zukunft der Menschheit ab. Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hätten Kriege mit verheerenden Folgen begonnen, die sich mit abscheulicher Grausamkeit hinzögen. Zivilisten seien gezielt angegriffen worden. Menschenrechte würden mit Füßen getreten. Hunger werde als Waffe eingesetzt und humanitäre Helfer getötet.
Guterres verurteilt Hamas-Terror
Guterres verurteilte ausdrücklich den Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023. Was dann folgte, sei ein massiver Angriff Israels auf die Palästinenser im Gaza-Streifen gewesen, „dessen Ausmaß an Tod und Zerstörung alles übertraf, was ich in all meinen Jahren als Generalsekretär erlebt habe“.
Guterres prangerte auch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine an. „In der Ukraine hat die Vollinvasion Russlands ein souveränes Land einem brutalen Krieg ausgesetzt, was einen eklatanten Verstoß gegen die Charta darstellt“, sagte er.
Ungleichheit, Klimawandel und KI
Als weitere große Herausforderungen nannte der frühere Ministerpräsident Portugals den Kampf gegen Ungleichheit und Armut, die zunehmende Erderwärmung mit ihren zerstörerischen Auswirkungen sowie die sich rasant entwickelnde Künstliche Intelligenz.
Der 77 Jahre alte Guterres wird Ende 2026 nach zwei fünfjährigen Amtszeiten den Posten als UN-Generalsekretär räumen. Die UN haben seine Nachfolge noch nicht geregelt.



