Deutsch-Israelische Gesellschaft warnt vor Koalition mit Linken

Deutsch-Israelische Gesellschaft warnt vor Koalition mit Linken
In Berlin könnte Elif Eralp die erste Regierende Bürgermeisterin für die Linke werden. Doch der Landesverband der Partei steht wegen antisemitischer Umtriebe in der Kritik.

Berlin (epd). Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin und Brandenburg warnt vor einer Koalition mit der Linken in der Hauptstadt. Aus Sicht von Jüdinnen und Juden und jedem, der die historische Verantwortung der Stadt ernst nehme, dürfe die Linke nicht an die Macht kommen, erklärte die DIG-Landesvorsitzende Cerstin Richter-Kotowski am Dienstag. „Die Juden in Berlin haben nach diesem Sonntag wieder richtig Angst“, sagte sie.

Die DIG-Vorsitzende und Berliner Staatssekretärin für Kultur ist selbst CDU-Mitglied. Zur Linken-Spitzenkandidatin für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus erklärte sie: „Elif Eralps Beschwörungen in Ehren - aber sie hat keine Kontrolle über die Antisemiten in ihren Reihen.“ Die antisemitischen Ausfälle in Neukölln sowie der Besuch von einem Clanchef auf der Wahlparty der Partei sprächen Bände. Am Sonntag wurde Clanchef Issa Remmo auf Veranstaltungen der Linken in Berlin gesehen.

Viele erwögen Auswanderung

Laut Richter-Kotowski fürchten Menschen in der Hauptstadt, „noch mehr zum Freiwild der Juden- und Israelhasser zu werden“, und erwägen auszuwandern. Richter-Kotowski appellierte an Grüne und SPD: „Gerade in der einstigen Hauptstadt der Holocaust-Planer dürfen Antisemiten nicht regieren.“

Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus war die Linke am Sonntag mit rund 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Die CDU landete mit 18,8 Prozent auf Platz zwei. Beide Parteien könnten rechnerisch eine Dreierkoalition mit Grünen und SPD anführen.