Berliner Bischöfe: Menschen haben für vielfältige Hauptstadt gestimmt

Berliner Bischöfe: Menschen haben für vielfältige Hauptstadt gestimmt
Nach der Berliner Abgeordnetenhaus-Wahl wollen die beiden großen Kirchen für alle Menschen in der Hauptstadt einstehen. Die Bischöfe betonten das christliche Menschenbild und warnten vor vermeintlich einfachen Lösungen.

Berlin (epd). Die Berliner Bischöfe sehen in den Ergebnissen der Abgeordnetenhaus-Wahl ein Votum für eine weltoffene und vielfältige Hauptstadt. Die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner habe „für die liberale Demokratie“ gestimmt, sagte der evangelische Bischof Christian Stäblein am Sonntagabend. „Wir sind als Kirche dem christlichen Menschenbild und der Würde jedes Menschen verpflichtet.“ Ihn beunruhige das Abschneiden der AfD als möglicherweise drittstärkste Kraft.

Sein katholischer Amtskollege Heiner Koch erklärte, die Kirche werde „die Politik weiter kritisch begleiten, vor vermeintlich einfachen Lösungen warnen, und anwaltlich für die einstehen, die in der politischen Debatte zu wenig gesehen und gehört werden“. Berlin „ist und bleibt vielfältig“, sagte Koch.

Zentralrat der Juden sieht „antisemitische Grenzüberschreitungen“

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, beklagte, dass die in ersten Hochrechnungen führende Linkspartei „wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen“ aufgefallen sei. Die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, Eva Umlauf, sagte, sie erwarte, dass die Linke als Gewinnerin der Wahl sich „von allen antisemitischen Kräften innerhalb der Partei distanziert und trennt“.

Nach vorläufigen Hochrechnungen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF wurde die Linke mit 25,4 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Dahinter folgte die CDU mit 19,4 Prozent und die AfD mit 15,4 Prozent vor den Grünen mit 15,1 Prozent und der SPD mit 11,8 Prozent. Das BSW lag bei 5,1 Prozent. Bislang regiert eine schwarz-rote Koalition, die im neuen Abgeordnetenhaus keine Mehrheit mehr erreicht.