Erfurt (epd). Der katholische Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, hat vor einem völkisch-nationalistischen Verständnis von Identität gewarnt. Eine solche Vorstellung führe zur Abgrenzung und könne Geringschätzung und Hass gegenüber anderen Völkern begünstigen, sagte Neymeyr im Rahmen der diesjährigen Bischofswallfahrt am Sonntag in Erfurt vor mehr als 1.500 Gläubigen. Christliche Identität dürfe dagegen nicht zur Ausgrenzung oder Abwertung anderer dienen.
Neymeyr griff in seiner Predigt auch Gedanken des Paderborner Erzbischofs Udo Markus Bentz auf. Dieser habe davor gewarnt, dass eine sich abgrenzende kirchliche Identität Anknüpfungspunkte in politischen identitären Bewegungen finden könne. Die Nähe zwischen solchen politischen Strömungen und bestimmten Gruppen in der katholischen Kirche bereitet eigener Aussage zufolge auch Neymeyr Sorge.
Ehrenamtliche werden wichtiger in der Kirche
Mit Blick auf die Zukunft des Bistums verwies Neymeyr auf die personellen Herausforderungen. Bis zum Jahr 2040 werde es voraussichtlich nur noch halb so viele Pfarrer geben wie heute. Umso wichtiger seien die vielen Ehrenamtlichen in Gemeinden und der Caritasverband.



