Frankfurt a.M., Bogotá (epd). Der Einsatz von Drohnen im bewaffneten Konflikt in Kolumbien hat laut der Ombudsstelle deutlich zugenommen. Von Januar bis Mai seien 121 Angriffe registriert worden, erklärte die Behörde, die die Einhaltung der Menschenrechte überwacht, am Donnerstag (Ortszeit). Das sei eine Zunahme von 146 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 21 Menschen seien dabei getötet und 145 verletzt worden, etwa ein Drittel davon unbeteiligte Zivilistinnen und Zivilisten. Auch Kinder sind demnach unter den Opfern.
„Die Nutzung von Drohnen durch bewaffnete Gruppen nimmt immer mehr zu und erschwert die Überwachung der Menschenrechte und die Durchsetzung des humanitären Völkerrechts in zunehmendem Maße“, kritisierte die Ombudsstelle. Drohnen würden nicht nur zum Abwurf von Sprengkörpern eingesetzt, sondern auch zur Überwachung, Einschüchterung und territorialen Kontrolle, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt.
Recht auf Bildung eingeschränkt
Diese ständige Bedrohung destabilisiert laut der Leiterin der Ombudsstelle, Iris Marín, ganze Gemeinschaften. Die Menschen trauten sich nicht mehr, ihre Felder zu bewirtschaften, tägliche Verrichtungen oder Arztbesuche würden eingeschränkt, in manchen Gebieten seien Menschen geflohen. Auch das Recht auf Bildung wird laut Marín beschnitten: „Die Angriffe führen zu Unterrichtsausfällen und längeren Schulabwesenheiten, was das Risiko von Mädchen, Jungen und Jugendlichen erhöht, von den illegalen bewaffneten Gruppen rekrutiert und missbraucht zu werden.“
In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerillagruppen und paramilitärischen Milizen, Hunderttausende Menschen wurden getötet, etwa neun Millionen vertrieben. Zuletzt hat die Gewalt wieder deutlich zugenommen, ebenso wie die Rekrutierung von Minderjährigen, die unter anderem oft zur Steuerung von Kampfdrohnen eingesetzt werden.




