Frankfurt a.M., London (epd). Mehr als fünf Kinder täglich werden laut „Save the Children“ im Durchschnitt durch Explosivwaffen verletzt oder getötet. Von 2020 bis 2025 seien über 12.000 Mädchen und Jungen von Landminen, Drohnen, Blindgängern oder improvisierten Sprengsätzen getroffen worden, teilte die Kinderhilfsorganisation mit Sitz in London am Donnerstag mit. Explosive Kampfmittel seien gefährlicher für Minderjährige als jede andere Waffengattung. Besonders der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen stellt demnach eine Bedrohung für Kinder in Konfliktgebieten dar.
2025 waren laut „Save the Children“ aus der Luft abgefeuerte Explosivwaffen bei etwa zwei Dritteln der Angriffe im Einsatz, bei denen Zivilistinnen und Zivilisten zu Schaden kamen. Dabei leiden Kinder demnach auch, wenn sie nicht direkt getroffen werden. Denn immer häufiger werde ihnen beispielsweise durch Drohnenangriffe der Zugang zu Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäuser oder humanitäre Hilfe erschwert.
Regeln für Drohnen-Einsatz gefordert
„Kinder in Konfliktgebieten sind explosiven Waffen heute nahezu schutzlos ausgeliefert“, erklärte Karina Lehmann von der deutschen Sektion von „Save the Children“. Die Sprengsätze bedrohten Mädchen und Jungen überall: in der Schule, zu Hause, auf ihren Wegen oder beim Spielen im Freien. Regierungen müssten für Gesetze, militärische Einsatzregeln und Schutzmechanismen für Drohnen, KI-gestützte Zielerfassung und andere neue Waffentechnologien sorgen, forderte die Organisation.
Der Organisation zufolge waren im Sudan 78 Prozent der zwischen Januar und März verletzten und getöteten Kinder Opfer eines Drohnenangriffs. In der Ukraine nahmen demnach Drohnenangriffe auf Schulen 2025 um mehr als 350 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Und auch im Gaza-Streifen würden Drohnenüberwachung, KI-gestützte Zielerfassung und andere unbemannte Systeme in dicht besiedelten Gebieten in erschreckendem Ausmaß eingesetzt.




