Wiesbaden (epd). Knapp die Hälfte der Deutschen lebt nach wie vor in einer Familie. Die Anteile von Familien, Alleinstehenden und Paaren ohne Kinder im Haushalt an der Gesamtbevölkerung hätten sich seit 2015 kaum noch verschoben, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag bei der Vorstellung einer aktuellen Analyse mit. Für die Stabilisierung seien sowohl demografische Effekte als auch die Zuwanderung verantwortlich.
Die Bereitschaft, eine Familie zu begründen und Kinder zu bekommen, sei seit vielen Jahren konstant geblieben, sagte der Statistiker Tim Hochgürtel. „Partnerschaften finden sich, vielleicht auch etwas später, vielleicht nicht mehr ganz so stabile.“ Ungeachtet aller äußeren Einflüsse und politischer Entscheidungen sei auch die Anzahl von durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau seit den 1970er Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben. Bei den Frauen, die sich für Kinder entscheiden, liege die Kinderzahl recht konstant bei rund 2,0.
Politische Maßnahmen haben wenig Auswirkung auf Familienformen
Auf vorübergehende Anstiege, etwa nach Einführung des Elterngeldes oder nach dem Beginn der Coronavirus-Pandemie, seien Jahre mit einem starken Rückgang gefolgt, erklärte Hochgürtel. Detaillierte statistische Daten zu Familienformen liegen dem Bundesamt seit 1996 vor. Insbesondere im Zeitraum bis 2015 gab es deutlich messbare Änderungen, so sank der Anteil der Ehepaare mit Kindern an allen Familien von 78 auf 66 Prozent, während die Anteile unverheirateter Eltern oder Alleinerziehender stiegen.
Nach wie zeigt die Statistik Unterschiede zwischen den Lebensformen von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Einwanderer leben häufiger in einer Familie und haben im Durchschnitt weiterhin mehr Kinder. So lag die Geburtenziffer bei Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2025 bei 1,78 Kindern, für deutsche Frauen bei lediglich 1,2 Kindern.




