Berlin (epd). Der evangelische Theologe und DDR-Bürgerrechtler Martin Gutzeit ist tot. Der Mitgründer der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in der DDR und spätere Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen starb am Dienstag mit 74 Jahren in einem Berliner Krankenhaus, wie sein politischer Weggefährte und Freund, der ehemalige SPD-Politiker Stephan Hilsberg, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch bestätigte. Zuerst hatte der Berliner „Tagesspiegel“ (Online) berichtet.
Der 1952 in Cottbus geborene Gutzeit arbeitete in den 80er Jahren in Ost-Berlin als Vikar in Pankow und später als Pfarrer bei Neustrelitz. 1989 gehörte er gemeinsam mit Hilsberg zu den Initiatoren der SDP in der DDR, die am 7. Oktober des Jahres in einem Pfarrhaus in Schwante nördlich von Berlin gegründet wurde. Von 1993 bis 2017 war er Beauftragter des Landes Berlin für die Stasi-Unterlagen.
Für Engagement ausgezeichnet
Der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), würdigte 2017 zum Abschied Gutzeits als Landesbeauftragter dessen Einsatz zur Aufarbeitung der Stasi-Geschichte und für eine große Anzahl von Opfern des Unterdrückungsapparats des SED-Staats. Sein Werdegang in der DDR habe ihn nach der Wende für solch eine politische und zugleich humanitäre Aufgabe prädestiniert.
Als Mitbegründer der Sozialdemokratie in der DDR habe Gutzeit einen wichtigen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR geleistet, sagte Müller damals. 1995 wurde Gutzeit und weiteren Bürgerrechtlern der früheren DDR das Bundesverdienstkreuz verliehen.




