Berlin (epd). Die öffentlichen Entwicklungsleistungen Europas sind laut dem Dachverband Concord im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent eingebrochen. Die sogenannte ODA-Quote der EU-Institutionen sei um 13,8 Prozent im Vergleich zu 2024 zurückgegangen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht „AidWatch“. In den Mitgliedsstaaten habe sich eine kontinuierliche Reduktion seit 2022 fortgesetzt, hieß es vom Bündnis von Nichtregierungsorganisationen (NGO's). Viele der Mittel seien zudem nicht in arme Länder geflossen, sondern in Europa geblieben.
Dabei handele es sich um Ausgaben, die nicht für entwicklungspolitische oder humanitäre Maßnahmen in den Partnerländern zur Verfügung stehen, erklärte der deutsche Concord-Partner Venro. Dazu zählten etwa Kosten für die Versorgung von Geflüchteten innerhalb der Geberländer oder Studienplatzkosten für Austauschstudierende aus Schwellenländern. Diese Anrechnung vermittele ein verzerrtes Bild des europäischen Engagements für nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe.
Kritik an „aufgeblähten“ Zahlen
Dabei rechne Deutschland besonders großzügig, bemängeln die Organisationen. 29 Prozent der öffentlichen Entwicklungshilfe ODA („Official Develpoment Assistance“) gelten Concord zufolge hier zu Lande als aufgebläht. „Entscheidend ist nicht, welche Ausgaben sich formal als ODA verbuchen lassen, sondern welche Mittel tatsächlich bei den Menschen in den Partnerländern ankommen und dort Armut und Ungleichheit verringern“, betonte Vorstandsmitglied Michael Herbst.
Der jährlich erscheinende „AidWatch“-Bericht des europäischen NGO-Bündnisses Concord untersucht, welche Ausgaben die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten als öffentliche Entwicklungsleistungen ausweisen. Als aufgeblähte ODA bewertet das Bündnis laut seinen Kriterien unter anderem Ausgaben, die in den Geberländern verbleiben, nicht unmittelbar der nachhaltigen Entwicklung in den Partnerländern dienen oder keinen tatsächlichen Transfer von Ressourcen darstellen.




