Kampagne soll Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen eindämmen

Kampagne soll Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen eindämmen
Beleidigung, Bedrohung und körperliche Übergriffe - all das trifft inzwischen auch vermehrt die Beschäftigten in Krankenhäusern und Arztpraxen. Eine Kampagne aus Niedersachsen fordert nun mehr Respekt.

Hannover (epd). Unter dem Motto „Wer hilft, verdient Respekt“ wollen Verbände von Ärzten und Krankenhäusern in Niedersachsen auf die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen aufmerksam machen. Beleidigungen, Beschimpfungen, körperliche Übergriffe und extreme Gewalttaten hätten in den vergangenen Jahren in den Praxen und Kliniken spürbar zugenommen, sagte Ärztekammer-Präsidentin Marion Charlotte Renneberg am Mittwoch in Hannover zum Start einer landesweiten Kampagne.

„Für viele Ärztinnen und Ärzte, medizinische Fachangestellte, Pflegefachkräfte und alle anderen Beschäftigten gehören Grenzüberschreitungen fast schon zum Berufsalltag“, erläuterte Renneberg: „Als Gesellschaft dürfen wir dies nicht tolerieren.“ Letztlich sei dadurch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gefährdet, denn gesundheitliche Versorgung sei nur in einem gewaltfreien Umfeld möglich.

Info-Postkarten und Plakate

Bei der Kampagne sollen mehr als 700.000 Info-Postkarten mit dem Kern-Slogan in Arztpraxen und Krankenhäusern verteilt und mehr als 28.000 Plakate an öffentlichen Orten wie Bushaltestellen ausgehängt werden. Zudem ist Kino-Werbung geplant. Das Gesundheitsministerium in Hannover unterstützt die Aktion mit 37.800 Euro.

Ein Teil der Patienten lege immer häufiger ein respektloses Verhalten an den Tag, sagte Landesgesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Solche Gewalterfahrungen könnten sich negativ auf Berufszufriedenheit und Attraktivität der Gesundheitsberufe auswirken. Neben konkretem Schutz der Mitarbeitenden sei deshalb eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung nötig.

Kliniken installieren Panikknöpfe

Nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft bieten zahlreiche Kliniken im Land ihren Beschäftigten für den Umgang mit aggressiven Patientinnen und Patienten inzwischen Schulungen zur Deeskalation und zum Erkennen von Frühwarnsignalen an. Andere hätten Alarmierungsketten verabredet, Sicherheitspersonal angestellt oder Panikknöpfe installiert.