Nairobi, Kinshasa (epd). Im Kongo zeichnet sich eine Verschiebung des Ebola-Schwerpunkts ab: In der Region Ituri, wo der Ebola-Ausbruch seinen Ursprung nahm, verlangsame sich die Ausbreitung inzwischen, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“ am Mittwoch. Doch landesweit sei die Zahl der Neuinfektionen nicht gesunken. Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bislang 7.258 Ebola-Fälle registriert, 3.510 Menschen sind nachweislich an Ebola gestorben.
In der Region Nord-Kivu verdoppelten sich derzeit die Ansteckungszahlen, erklärte Anthony Kergosien, Nothilfekoordinator von „Ärzte ohne Grenzen“. Sie machten aktuell mehr als die Hälfte der neu gemeldeten Fälle aus. "Der Ausbruch verkleinert sich nicht, er wandert”, umriss er das Infektionsgeschehen. Die neuen Ausbruchsgebiete seien jedoch mangelhaft vorbereitet und hätten nur geringe Kapazitäten. Zudem würden nach wie vor immer wieder bislang unentdeckte Übertragungsketten verzeichnet.
Sieben Provinzen betroffen
Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Mittlerweile sind Fälle aus sieben Provinzen der Demokratischen Republik Kongo bekannt.
Für die Demokratische Republik Kongo ist es ist die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 - und die tödlichste. Der aktuelle Ausbruch ist vom Bundibugyo-Virus verursacht, gegen den es bisher weder zugelassenen Medikamente noch einen gezielten Impfstoff gibt. Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.




