Berlin (epd). Der Antidiskriminierungsverband Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut mehr Fälle von Diskriminierungen erfasst. Teilnehmende Beratungsstellen hätten in dieser Zeit 4.106 neue Fälle gemeldet, heißt es im am Dienstag in Berlin veröffentlichten Lagebild Antidiskriminierung 2025. Das entspreche einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2023 seien es 35,9 Prozent mehr.
Über die Hälfte der Fälle (54,6 Prozent) betreffen der Erhebung zufolge Rassismus. Davon entfielen 55,3 Prozent auf Rassismus gegen Schwarze und 36,7 Prozent auf anti-muslimischen Rassismus. Danach folgten anti-osteuropäischer (8,8 Prozent) und anti-asiatischer Rassismus (6,9 Prozent). Jeder fünfte Fall betrifft Diskriminierung anhand des Geschlechts, 18 Prozent bezogen sich auf Behinderungen. Sexuelle Identität sei in 10,8 Prozent und das Lebensalter in 4,3 Prozent der Fälle Anlass von Herabsetzungen gewesen. Mehrfachnennungen waren laut Studie möglich.
Viele Fälle von Rassismus im Arbeitskontext
Mehr als ein Viertel der Diskriminierungsfälle ereignete sich laut Lagebild in der Arbeitswelt. Davon betreffe fast jeder zweite Fall Rassismus. 32,6 Prozent der Anfragen an die Beratungsstellen habe sich auf Vorkommnisse in öffentlichen Institutionen bezogen, etwa in Bildungseinrichtungen, bei der Polizei oder auf Ämtern.
Der Antidiskriminierungsverband ist ein Dachverband unabhängiger Antidiskriminierungsberatungsstellen in Deutschland. Für das Lagebild wurden den Angaben nach Daten von 29 der 40 Verbandsmitglieder ausgewertet.




