Nabu: Hohe Spritpreise zeigen Abhängigkeit von Erdöl

Nabu: Hohe Spritpreise zeigen Abhängigkeit von Erdöl
Der Umweltschutzverband Nabu plädiert angesichts hoher Spritpreise für soziale Entlastungen statt einer erneuten Verbilligung fossiler Kraftstoffe. Zugleich fordert er mehr Investitionen in Elektromobilität und ÖPNV.

Berlin (epd). Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat mit Blick auf die anhaltend hohen Spritpreise dazu aufgerufen, die Abhängigkeit von Erdöl zu überwinden. „Kurzfristig braucht es ein faires Mobilitätsgeld, das gezielt entlastet“, erklärte Sebastian Bock, Geschäftsleitung Politik im Nabu-Bundesverband, am Dienstag in Berlin. Langfristig müsse man stärker in bezahlbare Elektromobilität und einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr investieren. Bei knappen Kassen müsse Entlastung dort ankommen, wo sie gebraucht werde.

„Mineralölkonzerne profitieren“

„Hohe Spritpreise belasten viele Menschen und zeigen zugleich, wie abhängig unsere Mobilität noch immer vom Öl ist“, fügte Bock hinzu. Der letzte Tankrabatt habe den Staat rund 1,6 Milliarden Euro an Steuereinnahmen gekostet. Ein erheblicher Teil der Entlastung sei jedoch nicht bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen, „sondern bei den Mineralölkonzernen“. Statt jetzt wieder fossile Kraftstoffe attraktiv zu machen, brauche es daher eine Strategie, um die Abhängigkeit vom Öl zu überwinden.

Mit nach eigenen Angaben mehr als 980.000 Mitgliedern und Fördernden gilt der 1899 gegründete Nabu als der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der Verband engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft.