Katholische Altenhilfe kritisiert Hürden für ausländische Pfleger

Katholische Altenhilfe kritisiert Hürden für ausländische Pfleger
Die Integration ausländischer Pflegekräfte dauert zu lange, kritisiert der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland. Hoffnung setzt die Organisation in eine von der Bundesregierung geplante Work-and-Stay-Agentur und macht weitere Vorschläge.
15.09.2026
epd
Von Nils Sandrisser (epd)

Berlin (epd). Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland dringt auf eine zentrale Instanz für die Bearbeitung von Anerkennungen ausländischer Pflegekräfte. Eine bundesweite digitale Work-and-Stay-Agentur könne Anerkennungsverfahren beschleunigen, sagte Verbandsgeschäftsführer Andreas Wedeking am Dienstag in Berlin.

Eckpunkte einer solchen Agentur hatte das Bundeskabinett im November 2025 beschlossen. Demnach sollen ausländische Fachkräfte Unterlagen auf einer zentralen IT-Plattform einreichen können. Alle Behörden sollen dann darauf zugreifen können und Mehrfacheinreichungen so unnötig machen.

Hürden außerhalb der Pflegeeinrichtungen

Trotz erfolgreicher Anwerbung von Pflegern oder Pflegerinnen im Ausland blieben deren Stellen mitunter monatelang unbesetzt, teilte der Verband weiter mit. Verantwortlich dafür seien uneinheitliche Anerkennungsverfahren in den Bundesländern und geringes Tempo der Behörden, etwa in Visaangelegenheiten.

Wedeking beklagte, Verfahren zur Anerkennung ausländischer Pflegekräfte seien oft so kompliziert, dass sie nur auf Einzelfallebene zu bearbeiten seien. „Die Kosten dafür wandern eins zu eins in die Pflegesätze“, schilderte er. Andere Länder suchten dieselben Menschen als Pflegekräfte, die auch Deutschland suche. „Mit solchen Verfahren machen wir Deutschland im Wettbewerb um Pflegekräfte unattraktiver“, kritisierte er.

Der Altenhilfeverband teilte weiter mit, Pflegeeinrichtungen investierten bereits heute erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen in Anwerbung, Integration und Begleitung internationaler Kräfte. Viele der dabei zu überwindenden Hürden entstünden aber außerhalb ihres Einflussbereichs. Ob die Angeworbenen eine langfristige Perspektive in Deutschland entwickelten, hänge auch von Umständen nach der Anwerbung ab, etwa Sprachförderung und Integration in die Gesellschaft.

Positivliste gefordert

Der Verband schlug außerdem eine Positivliste ausländischer Pflegeabschlüsse vor, die als gleichwertig zur deutschen generalistischen Pflegeausbildung vollständig anerkannt werden sollten. Diese Liste solle regelmäßig aktualisiert werden. Zudem sollten Aufenthaltstitel für „eine praxistaugliche Dauer erteilt werden“, hieß es. Zu kurze Visa führten regelmäßig dazu, dass Aufenthaltstitel während laufender Maßnahmen abliefen und Verlängerungsverfahren notwendig würden.

Die Sprachförderung für internationale Pflegekräfte solle verbessert werden und bereits im Ausland möglich sein, forderte der katholische Verband weiter. Es brauche auch Schulsozialarbeit an Pflegeschulen. Das Gütesegel für faire Anwerbung solle auf Auszubildende ausgeweitet werden.