Katholische Altenhilfe fordert Tempo bei Pflegekräfte-Integration

Katholische Altenhilfe fordert Tempo bei Pflegekräfte-Integration
Die Integration ausländischer Pflegekräfte dauere zu lange, kritisiert der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland. Einige Hoffnung setzt die Organisation in ein vom Bundeskabinett angeschobenes Vorhaben.

Berlin (epd). Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland beklagt lange Verfahren bei der Anerkennung ausländischer Pflegekräfte. Trotz erfolgreicher Anwerbung von Pflegern oder Pflegerinnen im Ausland blieben deren Stellen mitunter monatelang unbesetzt, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Verantwortlich dafür seien uneinheitliche Anerkennungsverfahren und geringes Tempo der Behörden, etwa in Visaangelegenheiten.

Verbandsgeschäftsführer Andreas Wedeking erklärte, andere Länder suchten dieselben Menschen als Pflegekräfte, die auch Deutschland suche. „Mit solchen Verfahren machen wir Deutschland im Wettbewerb um Pflegekräfte unattraktiver“, kritisierte er.

Hürden außerhalb der Pflegeeinrichtungen

Eine bundesweite digitale Work-and-Stay-Agentur kann nach Angaben des Verbands Anerkennungsverfahren beschleunigen. Eckpunkte einer solchen Agentur hatte das Bundeskabinett im November 2025 beschlossen. Demnach sollen ausländische Fachkräfte Unterlagen auf einer zentralen IT-Plattform einreichen können. Alle Behörden sollen dann darauf zugreifen können und Mehrfacheinreichungen so unnötig machen.

Der Altenhilfeverband teilte weiter mit, Pflegeeinrichtungen investierten bereits heute erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen in Anwerbung, Integration und Begleitung internationaler Kräfte. Viele der dabei zu überwindenden Hürden entstünden aber außerhalb ihres Einflussbereichs. Ob die Angeworbenen eine langfristige Perspektive in Deutschland entwickelten, hänge auch von Umständen nach der Anwerbung ab, etwa Sprachförderung und Integration in die Gesellschaft.